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| Entwicklung
von
der I K bis zur IV K:
Mit der
Eröffnung der ersten 750-mm-Strecke in Sachsen am 17.10.1881
(Wilkau
- Kirchberg) mußten die Königlich Sächsischen
Staatseisenbahnen
eine geeignete Lokomotive beschaffen. Die Sächsische
Maschinenfabrik,
vormals Richard Hartmann, in Chemnitz lieferte 1881 eine dreiachsige
Naßdampftenderlok
mit Außenrahmen an die K.Sächs.Sts.E.B. Dieser Maschine
folgten
bis 1892 noch 43 weitere, welche man bis 1896 der Gattung 1889 glaubte man die geeignete Bauart in Form des Klosetriebwerks gefunden zu haben, welches hohe Leistungsfähigkeit mit guter Kurvenläufigkeit versprach. Dieses System beruhte auf einem Hebelwerk welches die radiale Einstellung der 1. und 3. Kuppelachse in Kurven durch das Einschwenken des Engerth-Stütztenders erlaubte, nur die Treibachse war fest im Rahmen gelagert.1889 wurden bei Krauss & Co in München zwei Maschinen dieser Bauart mit innenliegenden Zylindern nach einem Vorbild der Bosna-Bahn beschafft, ihnen folgten 1891 vier weitere von Hartmann, welche nur geringfügig verändert wurden. Die, hinsichtlich Laufruhe und Leistungsfähigkeit doch entäuschenden Loks wurden der Gattung III K zugeteilt. Zur Erhöhung der Zugkraft wurde unbedingt eine vierte Kuppelachse benötigt. Bereits 1868 baute der Elsässer Jean Jacques Meyer nach den Vorstellungen von Wenzel Günther eine Lokomotive mit zwei Triebdrehgestellen der Achsfolge B´B´ und in Fahrzeugmitte angeordneten Zylindern. Diese sehr gelungene Konstruktion hatte gegenüber der Bauart Mallet den Vorteil kürzerer Dampfwege zwischen Hoch- und Niederdrucktriebwerk sowie eines ruhigeren Laufes in beiden Fahrtrichtungen. 1890 erprobte die K.Sächs.Sts.E.B. die Meyersche Konstruktion an zwei normalspurigen Tenderlokomotiven, aus der 1910 die Windbergbahnlok I TV, die spätere BR 980 hervorging. |
| 1892
bis 1916/1921 -
24 Jahre Beschaffungszeitraum und 96 gebaute Exemplare:
Die Konstruktion der IV K basierte im Prinzip auf den beiden 1890 und 1891 enstandenen Meyer-Gelenklokomotiven der Gattung HM T V für die Normalspur. Diese hatten zwar nur bedingt von ihrer Leistungsfähigkeit überzeugt, auch die Schleuderneigung war beträchtlich, doch der Kurvenlauf überzeugte die Generaldirektion. Die Maschinen mit den Namen "Raschau" und "Crottendorf" befanden sich noch in der Erprobung, als man die ersten Zeichnungen für das schmalspurige Pendant fertigte. Die erste Lokomotive erhielt die Nr. 103 und absolvierte ihre Probefahrten im Januar 1892 zwischen Potschappel und Kesselsdorf, da dort eine Steigung von 1:32 zu bewältigen war. Zur gleichen Zeit wurden auch die vier III K abgeliefert und man konnte bei Vergleichen feststellen, daß die IV K eine um ca. 8% höhere Leistung entwickelte. Es wurden ca. 210 PS und eine Zugkraft von 3460 kg(III K 2900 kg) ermittelt. Weitere sechs Lokomotiven wurden noch im selben Jahr geliefert und absolvierten ihre Probefahrten auch zwischen Hainsberg und Kipsdorf. Von Anfang an bewährte sich die neue Gattung sehr gut, die Personale lobten besonders die Leistungsfähigkeit sowie gute Kurvenläufigkeit. Allerdings war der Kohlekasten zu klein und die Führerhausentlüftung mangelhaft. Auch traten anfangs Probleme mit der Dichtigkeit der Rohrverbindungen auf, welche man aber in den Griff bekam. Aus diesen Gründen entschloß sich die Generaldirektion, bis 1896 weitere 16 Lokomotiven zu beschaffen. Zu ersten konstruktiven Veränderungen kam es ab dem Baujahr 1894, so wurde der Kohlekasten von 0,8 t auf 1,2 t Fassungsvermögen vergrössert und das vorher nur in Türbreite gehaltene seitliche Führerstandsfenster größer ausgeschnitten. Weitere 12 Lokomotiven entstanden 1898/99, so daß zur Jahrhundertwende 35 Maschinen die neue Gattungsbezeichnung IV K erhielten. Die Maschinen der Baujahre 1896 bis 1899 erhielten einen großen Lüftungsaufsatz mit seitlichen Lüftungsklappen, welcher ab 1904 durch die bekannte Bauform der zwei halbrunden Lüftungshutzen ersetzt wurde. Diese blieben bis zur Ausmusterung auf vielen Maschinen erhalten. Da bereits
um die Jahrhundertwende auf der Müglitztalbahn die Lokomotiven bis
an ihre Leistungsgrenze gefordert waren, beschaffte man die Gattung Die einzelnen Bauserien der Vierzylinder-Naßdampfverbundlok wiesen weitere bauliche Unterschiede auf. Bis einschließlich Baujahr 1899 wurde das Führerhaus holzverkleidet. Der vorher an der Führerhausrückseite angebrachte Regenwasserabfluß wurde ab Baujahr 1904 einfach seitlich am Führerhaus heruntergeführt. Die "Pufferbohlen" waren bis einschließlich Baujahr 1899 gerade, ab 1904 wurden die Enden abgeschrägt. Allerdings muß es schon innerhalb der Lieferserie des Jahres 1899 Versuche gegeben haben, den Nr. 133 wurde bereits mit abgeschrägten "Pufferbohlen" geliefert. Der Hilfsbläser wurde anfangs direkt in den Fuß des Krempenschlotes eingeleitet, wahrscheinlich ab Baujahr 1904 führte man ihn von links in die Rauchkammer. Ab der Nr. 141(Baujahr 1908) erhöhte man den Kesseldruck von 12 auf 14 Athmosphären und ab Nr.170 sogar auf 15 Athmosphären. Ab IV K Nr.151 wurde der Durchmesser der Niederdruckzylinder von 370 auf 400 mm vergrößert, was eine erhöhte Zugkraft von 4000 kg zur Folge hatte. Ab 1912 wurden einige Maschinen bereits mit Saugluftbremse ausgeliefert(z.B. Nr. 176). Alle über einen Zeitraum von fast 30 Jahren beschafften Lokomotiven kamen aus der Sächsischen Maschinenfabrik in Chemnitz. Mit 96 Exemplaren ist die IV K die meist gebaute Schmalspurlokomotive Deutschlands. Die erste und recht komplizierte Bezeichnung lautete HM T KV (*), ab 1896 K IV und seit 1900 dann IV K. Die Lokomotiven erhielten von der K.Sächs.Sts.E.B. die Bahnnummern 103 bis 198.
Einsatz auf allen sächsischen 750 mm-Schmalspurstrecken: Den Lokomotiven war von
Anfang an ein
voller Erfolg beschieden, bald waren sie auf allen 28 sächsischen
Schmalspurbahnen anzutreffen. Die ersten Lokomotiven absolvierten ihre
Probefahrten auf der Strecke Potschappel - Nossen des Wilsdruffer
Netztes
und zwischen Hainsberg - und Kipsdorf. Die Lokbahnhöfe Wilsdruff
und
Potschappel erhielten die IV K 103-105, 108, 109 und 112 sowie für
kurze Zeit Nr. 113, welche allerdings bereits im Oktober 1893 nach dem
benachbarten Hainsberg wechselte. Schon 1894 wurde der gesamte Verkehr
zwischen Potschappel und Wilsdruff von der neuen Gattung
bewältigt. Der Lokbahnhof
Hainsberg erhielt im Jahr 1892 mit den IV K Nr. 106
und 109 zwei fabrikneue Exemplare zugewiesen. Auch auf der
Weißeritztalbahn
überzeugten die Maschinen und verdrängten die I K und II K in
untergeordnete Dienste, die III K wurden abgegeben. Im selben Jahr kam
noch Nr. 107 hinzu. Bald setzte auch ein reger Tausch mit Potschappel
und
Wilsdruff ein. Am 3. und 5.11.1908 erfolgten mit IV K Nr. 143
Meßfahrten
zur Ermittlung maximaler Zuglasten. Im Sommer 1914 wurde der
höchste
IV K-Bestand auf der Weißeritztalbahn mit sieben Maschinen beim
Lokbahnhof
Hainsberg und drei Lokomotiven beim Lokbahnhof Kipsdorf erreicht. Auch
hier verdrängte die VI K die ältere Gattung bis 1923
vollständig.
Als Aushilfe und für Rangierzwecke gelangte 99 593 vom 1.10.1945
bis
11.2.1949 nochmals nach Freital-Hainsberg, zum selben Zweck kam 99 605
vom 1.11.1953 bis 1954 und auch 99 587 im Jahr 1956. Erst zur
Einhundertjahrfeier
kam mit 99 539 vom 4.8. bis 10.9.1983 wieder eine IV K auf der
Weißeritztalbahn
zum Einsatz. Die Mügelner 99 542 weilte vom 5.1.bis 8.3.1986 wegen
einer Achsreparatur in der Est. Hainsberg. Ab 10.12.1986 wurde die
Mügelner
99 606 nach Hainsberg umbeheimatet um als Heizlok und vor Bauzügen
eingesetzt zu werden. Gelegentlich gelangte sie auch in den Zugdienst.
Am 7.9.1993 erfolgte die Abgabe als Dauerleihgabe an das Verkehrsmuseum
Nürnberg. Daraufhin kam am 17.1.1994 99 608 aus Mügeln und
steht
vor gelegentlichen Sonderzügen im Einsatz und auch Planzüge
werden
noch ab und zu befördert. Seit der Hochwasserkatastrophe ist die
Lok auf dem verbliebenen Streckenast zwischen Dippoldiswalde und
Seifersdorf sowie in Radebeul unterwegs. Im größten
zusammmenhängenden sächsischen Schmalspurnetz
um Mügeln tauchte mit Nr. 125 die erste IV K im April 1897 auf.
Sie
kam von der auf Regelspur umgebauten Strecke Klotzsche -
Königsbrück.
Ihr folgten ein knappes Jahr später im März 1898 die
fabrikneuen
Nr. 126 und 127. Wahrscheinlich ein Jahr später kam auch noch Nr.
135 hinzu. Die IV K wurden neben den I K und III K vor allem vor
schweren
Güterzügen eingesetzt. Erst nach der Jahrhundertwende kamen
weitere
Loks hinzu und zum Zeitpunkt der Abgabe der letzten I K im Jahre 1926
war
der Bestand auf 17 Loks angewachsen. Die Lokomotiven wurden auf den von
Mügeln ausgehenden Strecken nach Neichen, Döbeln, Oschatz und
Oschatz - Strehla eingesetzt. Auch die Loks auf den Strecken von
Döbeln nach
Lommatzsch und Lommatzsch - Meißen-Triebischtal gehörten zu
Mügeln, wurden jedoch vorrangig von Lommatzsch eingesetzt. Auf der Strecke Zittau
- Reichenau wurde von September bis Dezember
1896 die IV K Nr. 125 getestet, allerdings ließ der schwache
Oberbau
einen weiteren Einsatz vorerst nicht zu. Erst nach Verstärkung des
Oberbaues und Verstaatlichung der Strecken nach Oybin und Jonsdorf im
Jahr
1906 wurden wieder IV K in Zittau beheimatet. Im Jahr 1908 kamen die
fabrikneuen
Nr. 147 und 148 sowie die Radebeuler Nr. 117. Im Jahr 1909 kam aus
Mohorn
Nr. 145 und wiederum ein Jahr später die Nr. 103. Nachdem Nr. 120
1911 aus Sayda kam, mußte im darauffolgenden Jahr Nr. 117 nach
Taubenheim
abgegeben werden. Im Jahr 1913/14 wurden die Nr. 176, 178-181 und
183-186
fabrikneu nach Zittau geliefert. Im Jahr 1922 folgte noch die Nr. 198.
Nr. 147 und 148 sind als Kriegsverluste im 1. Weltkrieg
verlorengegangen.
Zeitweise waren 11 IV K auf den drei Strecken eingesetzt. IV K Nr. 124 war im September 1896 die erste
Lok der neuen Gattung
im Thumer Netz, sie wurde vom Lokbahnhof Geyer eingesetzt. 1898/99
folgten
Nr. 133 und 134. Nr. 124 war allerdings schon 1898 nach Kirchberg
abgegeben
worden. Bis 1912 baute man einen Bestand um die 10 Maschinen auf, dazu
gehörten Nr. 104, 112, 117, 119, 128, 133, 134, 138, 139 und 140.
Gemeinsam mit den III K bewältigten sie den gesamten Zugdienst. Im
Februar 1925 waren 99 511, 99 512, 99 513, 99 535, 99 546 und 99 583 in
Thum beheimatet und 99 525, 99 527 sowie 99 541 in Geyer. Nachdem im
November
1925 die erste VI K in Thum auftauchte, begann der Stern der IV K
unaufhaltsam
zu sinken. Allein 1926 gab man 8 IV K an andere Strecken ab. Allerdings
blieben lange Zeit immer zwei bis drei Maschinen für
Rangierdienste.
Im Jahr 1941 waren noch 2 Loks in Thum und eine in Geyer vorhanden. Am
1.Januar 1946 gehörten zur Lokeinsatzstelle Thum 99 590, 99 592
und
99 597. Weiterhin kam es immer wieder zu kurzzeitigen Einsätzen.
Im
Jahr 1974 hatten 99 568 und 99 585 die Ehre, auf der Strecke Thum -
Meinersdorf
bei einer Filmproduktion mitzuwirken. Der letzte Einsatz einer IV K im
Thumer Netz erfolgte von Mai 1984 bis April 1985 als 99 606 als
Reservelok
auf der Anschlußbahn Schönfeld-Wiesa zur Verfügung
stand. Als Fabrikanlauf kamen
im Oktober 1893 die Nr. 115 und 116 nach
Radebeul Ost. Ihnen folgte Nr. 107 ein Jahr später und blieb bis
zu
ihrem bekannten Unfall in der Nähe von Cunnertswalde im Jahre
1897.
Zur Jahrhundertwende waren I K und III K abgelöst und bis Mitte
der
dreißiger Jahre dominierte die IV K im Betriebsdienst. Allerdings
gab es schon 1919 eine
arge Durststrecke mit nur einer IV K und der Doppellokomotive II K neu.
Der Bestand
lag später relativ konstant bei 6 Lokomotiven, dies waren z.B.
1925: 99 565, 99
568, 99 569, 99 571, 99 579 und 99 599.
Zu den länger eingesetzten Maschinen gehörten in den
zwanziger
und dreißiger Jahren 99 569 (1913-1927), 99 579 (1921-26), 99 584
(1920-38), 99 597 (1914-37), 99 598 (1929-37), 99 599 (1914-38) und 99
601 (1927-38). 99 602 wurde nach einem Unfall in Radeburg 1934
ausgemustert.
Die recht zahlreichen Abgänge 1937/38 sind mit dem Auftauchen von
insgesamt fünf VI K von der umgespurten Müglitztalbahn in
diesen
beiden Jahren zu begründen. 1945 war vermutlich nur noch 99 587 in
Radebeul als Reserve vorhanden, doch mussten in den fünfziger
Jahren
wieder verstärkt IV K zu Rangier- und Übergabediensten
herangezogen
werden. Es sind Einsätze der 99 578 (10.9.-19.10.53), 99 599
(1953), 99
605 (19.4.51-17.9.53) und 99 606 (1951-53) bekannt. Seit dem 13.6.1974
ist mit 99 539 wieder ständig eine IV K in Radebeul-Ost
beheimatet,
sie wird für den Traditionsverkehr genutzt. Unterstützt bzw.
vertreten wurde sie 1986 von 99 561 und 99 568. 1991 und 1992 kam es
auch
zu Einsätzen der Mügelner 99 574. Zu Zeiten der
Betriebsführung durch BRG und BVO kamen auch 99 516, 99 608 und
die seit Oktober 2002 wieder betriebsfähige 99 564 zum Einsatz.
Vor dem Museumszug Radebeul Ost stand seit 1995 die frühere
Oberwiesenthaler 99 586, welche nach Fristablauf der 99 539 (13.05.07)
als IV K 176 im August 2007 nach vierzehnähriger Abstellzeit
wieder in den Betriebsdienst zurückkehren wird. Den Eröffnungszug auf dem
Streckenabschnitt Saupersdorf - Wilzschhaus beförderten am
16.Dezember
1893 die gerade fabrikneu angelieferten IV K Nr. 111 und 118. Sie
bekamen
1896 mit den ebenfalls fabrikneuen Nr. 121 und 123 Gesellschaft. Nr.118
mußte bereits 1898 nach Mosel abgegeben werden und wurde durch
die Thumer
124 ersetzt. Diese vier Maschinen bildeten bis zum Zugang der Nr. 131
im
Jahr 1907 den Stamm der Bahnverwalterei Kirchberg. Bis 1916 wurden
weitere
15 Lokomotiven fabrikneu nach Kirchberg und Schönheide geliefert.(siehe
Tabelle). Der Einsatz der IV K auf der
Müglitztalbahn in den ersten Jahren zwischen 1892 und 1897 ist
schwer
nachzuvollziehen. Um die Jahrhundertwende müssen etwa zehn
Maschinen
in Mügeln b. Pirna und Geising beheimatet gewesen sein.
Längere
Zeit waren die Nr. 104, 105, 107, 108, 110, 116 und 130 im Einsatz.
Auch
die Nr. 117 und 109 gehörten längere Zeit zum Bestand. Die
extra
für die Müglitztalbahn ab 1901 beschaffte Gattung V K konnte
die IV K teilweise ablösen, 1910 waren noch 104, 105, 108 und 110
im Einsatz. 1919 erschien die erste VI K auf der Müglitztalbahn
und läutete das Ende für die IV K auf der schwierigen
Gebirgsbahn
ein. Da im Jahr der Eröffnung
der Fichtelbergbahn (1897) keine neuen IV K geliefert wurden,
mußte
vermutlich die Jöhstädter III K Nr. 43 aushelfen. Allerdings
wurde aus Hainsberg noch 1897 die IV K Nr. 119 umgesetzt. Das
Finanzministerium
hatte zur Eröffnung als Betriebsmittel zwei vierachsige
Meyerlokomotiven
und "1/4 Lokomotive" als Reserve genehmigt. Die Kosten für die
dritte
Lokomotive sollten zusätzlich von den Strecken Kohlmühle -
Hohnstein,
Wilzschhaus - Carlsfeld und Mulda - Sayda mitgetragen werden. Fabrikneu
wurde schließlich Nr. 129 im Jahr 1898 geliefert. Ab 1899
gehörten
vermutlich drei IV K zum Lokbahnhof Oberwiesenthal, allerdings war die
Reservelok vermutlich oft auch auf anderen Strecken eingesetzt. Bereits
nach der Jahrhundertwende war die Reservelok in Cranzahl stationiert
und
ab Sommer 1912 wurde sie als dritte Betriebslok nach Oberwiesenthal
umstationiert. Auf den Strecken mit
geringerer Bedeutung in der Oberlausitz, der
Sächsischen Schweiz und dem Erzgebirge hielten die IV K meist erst
nach der Jahrhundertwende Einzug. Nur zwischen Mulda und Sayda waren
seit
der Betriebseröffnung 1897 IV K unterwegs. Auch in Klotzsche
leistete
kurz vor der Umspurung 1897 IV K Nr. 125 Dienst. In Hohnstein wurden
die
Nr. 110 und 113 noch vor der Jahrhundertwende wieder abgegeben und erst
1928/29 wurden die letzten I K durch die IV K abgelöst. Nach dem
Zweiten Weltkrieg war längere Zeit nur eine Lok in Hohnstein
beheimatet, so daß sonntags immer Betriebsruhe
herrschte, da die Lok ausgewaschen wurde. Erst ab 15.Mai 1949 war
wieder
eine zweite Lok vorhanden, doch bereits am 27.Mai 1951 beförderte
99 555 den letzten Zug. Die Oberlausitzer Strecken in Taubenheim und
Herrnhut
erhielten erst 1925 die ersten IV K. Sie konnten sie allerdings nur
noch
20 Jahre nutzen, dann wurden beide Strecken eingestellt und abgebaut.
Die
Taubenheimer 99 558 gelangte mit dem Oberbaumaterial ihrer Strecke als
Reparation in die UdSSR. Ähnlich ging es der Herrnhuter 99 546.
Nr.
110 und 157 waren 1910 die ersten IV K auf der Hetzdorfer Strecke. Die
letzten Loks waren 99 535, 99 551 und als Abbaulok 99 569 im Juli 1968.
Zwischen Mosel und Ortmannsdorf verhinderte genau wie in
Grünstädtel
der Oberbauzustand den geplanten Einsatz der IV K. Die 1898 probeweise
eingesetzten Nr. 111 und 116 mussten wieder abgegeben werden. Erst 1921
wurden die Nr. 112, 116 und 118 hier beheimatet, obwohl es zuvor
bereits
einige Aushilfseinsätze gab. In Grünstädtel kamen ab
1917
die Nr. 107 und 108 in den planmäßigen Einsatz. 99 586 hatte
die Ehre, am 25.September 1971 die letzten Züge zu befördern.
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Bereits 1915
verließ mit IV K 123 die erste Lok das heimatliche Sachsen, ihr
folgten
bis 1919 noch 4 weitere: Bahnnummer 150 (spätere 99 558) wurde von
1916 bis 1918 in einem serbischen Kieswerk eingesetzt, kehrte aber noch
vor Kriegsende nach Sachsen zurück. Bahnnummer 123 gelangte 1915
nach
Krakau (Galizien), wurde aber schon 1917 auf die bekannte
rumänische
Waldbahnstrecke Covasna - Comandau umgesetzt, dort verblieb sie nach
Kriegsende
und wurde erst 1965 in einem nordungarischen Kohlewerk zerlegt. Nummer
139 gelangte ebenfalls nach Galizien, wurde 1919 von der PKP
übernommen
und 1923 nach Jugoslawien verkauft. Dort verschrottete man sie 1968. IV
K 147 wurde 1919 durch die PKP beschlagnahmt, über ihr weiteres
Schicksal
ist nichts bekannt. Das gleiche Schicksal traf auch IV K 148.
Bahnnummer
174 erging es wie der 123, auch sie wurde erst 1966 in Nordungarn
zerlegt. |
| Erste Ausmusterungen in den dreißiger Jahren: | ||||||
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Durch den Bau der Nachfolgegattungen VI K und VII K und die Umspurung der Müglitztalbahn werden erste Maschinen überflüssig, die Ausmusterung trifft vor allem die bereits fast 40 Jahre im Dienst stehenden Loks der ersten Baulose. Bereits 1926 wird die 99 517 wegen eines Triebwerksschadens ausgemustert und als Ersatzteilspender im RAW Dresden Friedrichstadt zerlegt. Insgesamt verschwanden bis 1939 folgende 18 Maschinen aus den Bestandslisten und wurden in den RAW´s Dresden-Friedrichstadt und Chemnitz zerlegt: |
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| 99 511 (Mügeln ?)
99 512 (Hohnstein ?) 99 513 (Thum) 99 514 (Bernstadt ?) 99 515 (Oberrittersgr. ?) 99 517 (Wilsdruff ?) 99 519 (Mügeln) 99 527 (?) 99 528 (Zittau ?) |
1939 RAW Chemnitz 1934 RAW Chemnitz 1930 RAW DD.-Friedrichstadt 1930 RAW Chemnitz 1938 RAW Chemnitz 1926 RAW DD.-Frie. nach Unfall 1934 RAW Chemnitz 1933 RAW DD.-Friedrichstadt 1930 RAW DD.-Friedrichstadt |
99 529 (Mosel)
99 536 (Kirchberg) 99 537 (Thum) 99 538 (Kirchberg) 99 541 (Hohnstein) 99 543 (Mügeln) 99 544 (Wilsdruff) 99 565 (Mosel) 99 602 (Radeburg) |
1933 RAW Chemnitz 1933 RAW Chemnitz nach Unfall 1934 RAW Chemnitz 1933 RAW Chemnitz(Kesselsch.) 1934 RAW DD.-Friedrichstadt 1933 RAW Chemnitz 1938 RAW Chemnitz 1933 RAW Chemnitz 1934 RAW DD.-Frie. nach Unfall |
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In dieser Zeit erfolgten auch einige Modernisierungen, welche meist sehr unterschiedlich ausfielen, da man immer auf die Gegebenheiten der jeweilige Einsatzstrecke Rücksicht nehmen mußte. So erhielten einige Maschinen Körtingsaugluftbremse, andere wurden mit Einrichtung für Wagenheizung versehen und wieder andere erhielten schon eine leistungstarke Lichtmaschine für elektrische Lok- und Zugbeleuchtung. Der Krempenschornstein wurde in den 30er Jahren durch einen einfachen zweigeteilten Schlot ersetzt. Die kleinen Kohlekästen der ersten Lieferserien mit nur 0.95 m³ Fassungsvermögen wurden auf 1,2 m³ vergrößert. |
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weiteres siehe "Technische Details" |
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| Technische Veränderungen bei der DR: | ||||||
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Auch bei der DR wurden verschiedene Umbauten an den Lokomotiven vorgenommen, so wurde der alte Dampfdom mit den Pulsometeranschlüssen zum Speisedom mit zwei stehenden Kesselspeiseventilen umfunktioniert. Allerdings blieb auf jeder Lokseite vor dem ersten Radsatz ein Frischdampfanschluß zum Betrieb einer stationären Pulsometeranlage erhalten. 99 577, 99 596 und 99 604 verloren den Dom ganz und behielten die Kesselspeiseventile hinter den Wasserkästen. Einige Lokomotiven bekamen neue, an den Dampfdom angeflanschte Ackermann-Sicherheitsventile. Die Anzahl der Anschlüsse am Dampfdom fiel sehr unterschiedlich aus, 99 599 besaß 1968 immerhin deren fünf. Die Lage der Lichtmaschine variierte, meist wurde sie auf einem Sockel links neben dem Schlot befestigt, allerdings wurde sie bei den Loks die in den 30er Jahren beeits elektrische Beleuchtung erhielten auf den Sockel des großen Turbo vor dem Schlot angebracht. Falls verschlissen, wurden die genieteten Wasserkästen durch geschweißte ersetzt. Die Lüftungsaufsätze auf dem Führerhausdach wurden vereinheitlicht (vier Klappen). Fünf Loks erhielten eine Druckluftbremse für die Rügenschen Kleinbahnen. Die alte Trichterkupplung wurde Ende der 60er Jahre auf der WCd und WJ durch Scharfenbergkupplung ersetzt. |
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weiteres siehe "Technische Details" |
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| Meßfahrten 70 Jahre nach
Indienststellung der
ersten IV K:
1962 wurden zu Vergleichszwecken mit der neu entwickelten V36 mit 99 586 Meßfahrten durchgeführt. Der Meßzug verkehrte vom 16. April bis 4. Mai auf der Strecke Hainsberg - Kipsdorf und bestand aus einem provisorisch dafür eingerichteten Personenwagen, sowie einer VII K neu als Bremslok. Es wurde eine Zughakenleistung von etwa 200 PS ermittelt, was knapp 2/3 der von der Rbd Dresden ursprünglich veranschlagten Leistungsfähigkeit (330 PS) entsprach. |
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| Umzeichnung
1992:
Der
Umzeichnungsplan sah für den 1.
Januar 1992 die Umzeichnung von 11 Lokomotiven nach DB-Nummernschema
vor.
Wie deutlich erkennbar ist, hat die neue Betriebsnummer unsinnigerweise
nichts mehr mit der Alten zu tun, so daß eine Identifizierung
schwer
fällt. Allerdings trifft man heute keine IV K mit der
DB-Nummer mehr an. Umstationierungen nach 1990: 99 1562-0 befand sich nach einem Unfall
bereits im z-Park und gehört
seit 1992 dem Deutschen Dampflokmuseum in Neuenmarkt-Wirsberg. |
99 1539-8 99 1542-2 99 1561-2 99 1562-0 99 1564-6 99 1568-7 99 1574-5 99 1582-8 99 1584-4 99 1585-1 99 1586-9 99 1606-5 99 1608-1 |
099 701-5 099 702-3 099 703-1 099 704-9 099 705-6 099 706-4 099 707-2 099 708-0 099 709-8 099 710-6 099 711-4 099 712-2 099 713-0 |
Einsatzort 1992
Radebeul Mügeln Mügeln Mügeln z-Park Mügeln Mügeln Mügeln Mügeln Mügeln Mügeln Oberwiesenthal Hainsberg Mügeln |
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99 539 wurde durch einige Umbauten äußerlich dem Originalzustand angeglichen, ist aber auch eine GR-IVK Hier verläßt sie mit einer
schönen sächsischen Garnitur |
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Einsätze der IV K außerhalb Sachsens: Wie so viele andere Baureihen erlebte auch die IV K nach dem Zweiten Weltkrieg Einsätze außerhalb ihres angestammten Einsatzgebietes, so gelangten 99 551 und 99 574 im November 1955 für 4 bzw. 2 Monate zum Bw Burg bei Magdeburg um auf der ehemaligen Kreisbahn Jerichow I eingesetzt zu werden. Allerdings fuhr nur 99 574 einige wenige Dienste zum Jahreswechsel, die meiste Zeit waren die für die Burger Personale ungewohnt großen Loks abgestellt. 1963 gelangte 99 586 nochmal für 6 Monate zum Bw Burg, doch war sie nie im Einsatz. Ab 1951 kam es auch immer wieder zu kurzen Einsätzen auf der Strecke Kriele - Senzke - Nauen, die Loks waren im Bw Wustermark Verschiebebahnhof beheimatet. Bereits 1951 waren dies 99 553 und 1953/54 99 552 sowie 99 534. Für 2 Monate kam 1955 die 99 555 und 1956/57 bildeten 99 525 und 99 542 den Abschluß. Die Loks waren meist Reserve für im Raw befindliche Stammloks. Zwar ebenfalls nur kurzfristig aber sehr erfolgreich gestalteten sich die Einsätze auf der Werkbahn des VEB Mansfeld-Kombinat bei Hettstedt, wo 99 574 vom 1.Februar bis 26.August 1951 immerhin monatliche Laufleistungen von 3000 km erreichte. Außerdem sind Dienste der 99 545 (1951), 99 578 (7.5.-3.9.53), 99 601 (27.2.-November 1953) und 99 596 (1954) bekannt. Lediglich um Probefahrten handelte es sich bei den Einsätzen der 99 558 im Mai 1937 auf der Trusetalbahn Wernshausen - Trusetal. Ein besonderes Kapitel bildet der Einsatz von insgesamt 17 Loks auf den Schmalspurstrecken der Insel Rügen von 1952 bis zur Stillegung der Strecken Putbus - Altefähr (1967) und Bergen - Wittower Fähre (1970). Fünf(sechs?) Maschinen bekamen Anfang der 60er Jahre eine Einkammerdruckluftbremse Bauart Knorr (99 545, 99 553 (GR), 99 556, 99 570, 99 587 (Neubau) und eventuell auch 99 567). Sie bildeten fortan den IV K-Bestand des Bw Putbus. Die zweistufige Luftpumpe saß vor dem linken Wasserkasten, zwei Hauptluftbehälter und ein Hilfsluftbehälter wurden zwischen Dampfdom und Speisedom bzw. Speiseventilen auf dem Kessel angeordnet. Dies gab den kleinen Maschinen ein etwas überladenes Äußeres. 99 552 und 99 595 blieben bis zur Abstellung 1967 ohne Druckluftbremse. Auch das Bw Wittenberge mit den Lokeinsatzstellen Perleberg und Kyritz bekam 1952 und 1953 drei Loks der Baureihe IV K zugeteilt. 99 557, 99 575 und 99 593 waren bis 1969 auf den Prignitzer Schmalspurbahnen im Dienst. Besonderes Pech hatte 99 576, kurz vor der Stillegung des Prignitzer Netzes erlitt sie einen Kreuzkopfschaden am vorderen Drehgestell. Daraufhin legte man die Verbindung vom Hochdrucktriebwerk zu den Niederdruckzylindern still, die Lok besaß fortan die Achsfolge 2 B´ und der Abdampf entwich an der Heizerseite aus dem Verbinderrohr. Die geringere Leistung genügte für die recht kurzen Züge immer noch aus. |
| Unterhaltung der IV K:
Für die Unterhaltung der IV K war ab dem Jahr 1894 der Werkstättenbahnhof in Dresden-Friedrichstadt verantwortlich, welcher ab 1925 als Reichsbahnausbesserungswerk weiterbestand. Bis 1919 wurden Ausbesserungen auch im Werkstättenbahnhof Engelsdorf durchgeführt. Zum 31.12.1931 wurde die Schmalspurausbesserung in Dresden-Friedrichstadt aufgegeben, da man das Raw Friedrichstadt zum Güterwagen-Aw umfunktionieren wollte. Fortan übernahm das Raw Chemnitz die Ausbesserung der Schmalspurlokomotiven. Ab 1948 begann das arbeitslos gewordenen Bw Schlauroth bei Görlitz mit der Aufarbeitung der ersten Schmalspurlokomotiven und übernahm schließlich ab 1.1.1955 die Ausbesserung sämtlicher Schmalspurlokomotiven der DDR. Seit dem 1.1.1950 firmierte die bisherige Werkabteilung des Bw Görlitz als RAW Schlauroth und ab 1955 als Raw "Deutsch-Sowjetische Freundschaft" Görlitz. In den siebziger Jahren dem Raw Cottbus angehörig, exestierte das Raw Görlitz bis 1997 und beschäftigte sich mit der Aufarbeitung aller Schmalspurdampfloks. 99 568 der Pressnitztalbahn verließ am 13.September 1997 als letzte IV K das ehemalige Raw Görlitz. |
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