99 735 verläßt den Bahnhof Zittau

31.07.07

Entwicklung der Baureihe 99.73-76:  

Am 1.April 1920 gingen mit Gründung der Reichseisenbahnen knapp 517 Kilometer Schmalspurbahnen mit 750 mm-Spurweite aus dem Eigentum der Sächsischen Staatseisenbahnen in Reichsbesitz über. 1921 bzw.1923 erfolgte noch die Inbetriebnahme der 18,5 Kilometer langen Strecke Klingenberg-Colmnitz - Oberdittmannsdorf. Bis 1945 hatte die Deutsche-Reichsbahn Gesellschaft (gegründet 30.8.1924, später nur noch Deutsche Reichsbahn) also etwa 535 Kilometer Schmalspurbahn in Sachsen mit der Spurweite 750 mm zu verwalten. Echte Gebirgstrecken mit Anstiegen von 1:20 waren ebenso zu bewältigen wie endlos lange Rübenzüge im Mügelner Land. Die dafür vorhandenen Lokomotiven der Gattung IV K waren jetzt oft bis an ihre Leistungsgrenze gefordert und unwirtschaftliche Doppelbespannungen an der Tagesordnung. Erfolgreich gestaltete sich der Einsatz der Gattung VI K auf der Müglitztalbahn sowie die Ablösung sämtlicher IV K in Wilsdruff durch diese Baureihe. 
 
Trotzdem reichte der vorhandene Bestand oft nicht aus, so daß bei der RBD Dresden der Wunsch nach einer neuen noch stärkeren Schmalspurlok reifte. Am 30. September 1926, die Beschaffung der letzten Serie der VI K war noch nicht abgeschlossen, trat man schließlich mit diesem Wunsch an die Hauptverwaltung der DRG in Berlin heran. Die Sächsische Maschinenfabrik vormals Richard Hartmann in Chemnitz hatte in der Hoffnung auf einen Auftrag bereits einen Entwurf gefertigt. Im Auftrag des Reichsbahnzentralamtes bildete SMF die Lokomotive konstruktiv durch, allerdings mußten bis auf Kesselfeinausrüstung und einige kleinere Bauteile alle Baugruppen neu gezeichnet werden, da die Lok für die Vereinheitlichungsgrundsätze zu klein war. Von den 453 Einzelzeichnungen waren 351 neu anzufertigen. Bereits auf der 10. Tagung des Engeren Ausschusses für Lokomotiven am 17. Januar 1928 konnte der Entwurf vom Bauartdezernenten des Reichsbahn-Zentralamtes, Reichsbahnoberrat Richard Paul Wagner, den Fachleuten vorgestellt werden. Obwohl ursprünglich keine 750 mm Einheitslok im Typenbeschaffungsprogramm vorgesehen war, konnte der Entwurf der vorraussichtlich 600 PS starken 1'E1' h2t Lokomotive die Ausschußmitglieder überzeugen und wurde ohne weitere Diskussionen bewilligt. Die Lokomotiven wurden der Baureihe 99.73-76 zugeteilt. Allerdings blieb den Ausschußmitgliedern auch nichts anderes übrig, den bereits am 15. August 1927 wurde mit Hartmann der Liefervertrag III Fl über das erste, 10 Lokomotiven umfassende Baulos abgeschlossen. Selbstständig bestellte die RBD Dresden am 11.2.1928 noch drei weitere Lokomotiven. Der Preis pro Maschine betrug 84.000 RM.


Anlieferung, Probefahrten und Betriebsdienst:  

Die Anlieferung der Baumusterlok 99 731 erfolgte schließlich am 17. November 1928. Die Probefahrt erfolgte auf der Strecke Potschappel - Wilsdruff - Mohorn. Danach wurde die Maschine dem Lokbahnhof Oberwiesenthal des Bw Kirchberg zugewiesen. Bis April 1929 waren alle 13 Loks ausgeliefert. Leider befand sich der ehemalige Hauslieferant der K.Sächs.Sts.E.B. in wirtschaftlichen Schwierigkeiten, welche auch dieser Auftrag kaum mindern konnte und so schlossen sich 1929 die Werktore der traditionsreichen Lokomotivschmiede für immer. 99 743 war die letzte von SMF gebaute Schmalspurlok.
 

Betriebsnr.
99 731
99 732
99 733
99 734
99 735
99 736
99 737
99 738
99 739
99 740
99 741
99 742
99 743
Fabriknr.
4678
4679
4680
4681
4682
4683
4684
4685
4686
4687
4691
4692
4693
Anlieferung / Probefahrt
17.11.1928 / 29.11.1928 Ftl.-Potschappel - Mohorn
05.12.1928 / 09.01.1929 Oberwiesenthal - Cranzahl
                   / 13.01.1929 Oberwiesenthal - Cranzahl
19.01.1929 / 12.04.1929 Oberwiesenthal - Cranzahl
04.02.1929 / 07.02.1929 Oberwiesenthal - Cranzahl
    .02.1929 /     .02.1929 Oberwiesenthal - Cranzahl
          1929 /           1929 Oberwiesenthal - Cranzahl
15.03.1929 / 16.07.1929 Zittau - Oybin
22.03.1929 / 08.07.1929 Zittau - Oybin
28.03.1929 / 15.07.1929 Zittau - Oybin
04.04.1929 / 11.07.1929 Zittau - Oybin
09.04.1929 / 10.07.1929 Zittau - Oybin
24.04.1929 / 09.07.1929 Zittau - Oybin
Abnahme
21.12.1928
10.01.1929
??.03.1929
12.04.1929
07.02.1929
??.03.1929
??.05.1929
16.07.1929
08.07.1929
15.07.1929
11.07.1929
10.07.1929
09.07.1929
erster Einsatzort
Oberwiesenthal
Oberwiesenthal
Oberwiesenthal
Oberwiesenthal
Oberwiesenthal
Oberwiesenthal
Oberwiesenthal
Zittau
Zittau
Zittau
Zittau
Zittau
Zittau

Nach den ersten Probefahrten auf der Fichtelbergbahn im Januar 1929 zeigten sich die Verantwortlichen der RBD Dresden sehr zufrieden und der Rest des Bauloses wurde innerhalb von 4 Monaten fertiggestellt. Die Lokomotiven dieses ersten Baulos besaßen noch Gasbeleuchtung der Bauart Pintsch, eine Riggenbachgegendruckbremse aber keine Einrichtung für die Zugheizung. Wie ersichtlich wurden die Lokomotiven zunächst nur dem Bw Zittau und dem Lbf. Oberwiesenthal zugeteilt, auf letztere Strecke verhinderten sie den geplanten Einsatz der Nachbau-VI K. Im Erzgebirge wurden die neuen Loks sofort in den schweren Betriebsdienst eingegliedert und hatten durch den Wintersportverkehr beachtliche Leistungen zu erbringen. 99 735 legte noch im Februar 1929, ihrem Anlieferungsmonat, 3579 km auf der 17,9 km langen Strecke zurück. Als einzige ihrer Baureihe wurde 99 736 im Februar 1929 einigen Meßfahrten mit 99 735 als Bremslok unterzogen, deren Ergebnisse sehr zufriedenstellend ausfielen. Die neuen Loks befriedigten sowohl im Laufverhalten als auch in der Leistung. Schon im Mai 1929 konnten bis auf Reserveloks alle IV K von der Fichtelbergbahn abgezogen werden. Bereits am 26. Oktober 1929 wurde 99 734 an das Bw Wilsdruff, Lokbahnhof Klingenberg-Colmnitz abgegeben, doch bereits 3 Tage später erschien 99 745 des ersten Schwarzkopff-Bauloses in Cranzahl. 
 

Erste Lokomotive der neuen Baureihe in Zittau war 99 739, welche am 9. Juli 1929 dem Betriebsdienst übergeben wurde. Bis 17. Juli folgte noch 5 weitere Einheitsloks, welche sofort im sommerlichen Ausflugsverkehr und schweren Güterverkehr ins Gebirge eingesetzt wurden. Die Strecke nach Reichenau blieb den älteren Maschinen der Gattung IV K und VI K. Allerdings wurden leichtere Züge nach Oybin und Jonsdorf auch weiterhin mit VI K befördert.


99 735 im Bf. Bertsdorf
99 735 aus dem ersten Baulos der Sächsischen Maschinenfabrik im Bf. Bertsdorf
Fabrikschild der 99 734
Fabrikschild der 99 734
Da die Bedienung der Gegendruckbremse bei den recht kurzen Haltestellenabständen zu umständlich war, wurde sie von den Personalen selten benutzt und 1931 wieder ausgebaut. Bis 1933 erhielten auch die Hartmann-Loks elektrische Beleuchutng und Zugheizung.

Das zweite Baulos umfasste nur 7 Maschinen und wurde von Oktober bis Dezember 1929 von der Berliner Maschinenbau AG vorm. Louis Schwarzkopff geliefert. Allerdings kostete eine Lok jetzt bereits108.250 RM. Die Lokomotiven besaßen geringe Veränderungen zur besseren Gewichtsverteilung. Auch dieses Baulos wurde auf Oberwiesenthal und Zittau aufgeteilt.
 

Betriebsnr.
99 744
99 745
99 746
99 747
99 748
99 749
99 750
Fabriknr.
9533
9534
9535
9536
9537
9538
9539
Anlieferung / Probefahrt
     10.1929 /      10.1929 Zittau
29.10.1929 / 13.11.1929 Oberwiesenthal - Cranzahl
06.11.1929 / 15.11.1929 Oberwiesenthal - Cranzahl
11.11.1929 / 03.12.1929 Zittau - Oybin
     11.1929 /      12.1929 Zittau - Oybin
03.12.1929 / 19.12.1929 Zittau - Oybin
07.12.1929 / 17.12.1929 Zittau - Oybin
Abnahme
??.11.1929
13.11.1929
15.11.1929
03.12.1929
??.12.1929
19.12.1929
17.12.1929
erster Einsatzort
Zittau
Oberwiesenthal
Oberwiesenthal
Zittau
Zittau
Zittau
Zittau

Nach der Anlieferung von 99 745 und 99 746 im November 1929 erreichte der Lbf. Oberwiesenthal mit acht Einheitsloks einen Höchstbestand an VII K welcher bis Kriegsende nahezu unverändert blieb. Lediglich 99 731 wurde im Februar 1931 gegen 99 750 aus Zittau getauscht, da man den Oberwiesenthaler Wagenbestand auf Dampfheizung und elektrische Zugbeleuchtung umrüstete. Von 1936 bis 1940 gehörte Oberwiesenthal nun zum Bw Zwickau. Danach bis zum 31.12.1966 zum Bw Buchholz/Sachs.
Die Zuteilung von fünf weiteren Maschinen aus dem Schwarzkopff-Los an das Bw Zittau ist auch hier mit der Umstellung auf elektrische Beleuchtung zu erklären. Deshalb trennte man sich von zwei der Hartmann-Loks ohne Zugheizung und Beleuchtung. 99 740 wurde am 10.12.1929 nach Frauenstein abgegeben, ihr folgte 99 739 über das Raw Dresden-Friedrichstadt am 21.12.1929. Über den Winter blieb der hohe Bestand von 9 Einheitsloks konstant, erst am 17.6.1930 wurde mit 99 742 eine weitere Hartmann-Lok nach Frauenstein abgegeben.
Nach dem Ausbau der Kipsdorfer Strecke bis Ende 1931 wurde fast der gesamte Bestand aus Zittau zum damals noch selbständigen Lokbahnhof  Hainsberg umgesetzt. Am 31.12.1931 gab es mit 99 748 und 99 749 nur noch zwei Einheitsloks in Zittau, die Gattung VI K kam wieder öfter zum Einsatz. Der Hainsberger Bestand umfasste Anfang November 1931 sage und schreibe zehn Maschinen der neuen Baureihe, zu den Zittauer Loks kamen auch noch die 4 Loks aus Frauenstein und Klingenberg-Colmnitz. Dafür wurden bis auf ein Exemplar alle VI K abgegeben. An dieser Situation änderte sich bis Kriegsende nichts mehr, wenn man von einem knapp zweimonatigen Einsatz der 99 743 im Jahre 1938 beim Bw Thum absieht. Vom 1.1.1937 bis 30.6.1945 gehörte Hainsberg als Lokeinsatzstelle zum Bw Nossen.


99 746 hat soeben den Haltepunkt Spechtritz verlasssen
99 746 verläßt den Hp. Spechtritz
Fabrikschild der 99 747
Fabrikschild der 99 747

Im Jahr 1933 wurde nochmals eine Serie von 12 Lokomotiven bei der BMAG in Auftrag gegeben, welche von Mai bis November 1933 fertiggestellt wurde. Damit standen nun 32 moderne und leistungsfähige Maschinen zur Verfügung.
 
Betriebsnr.
99 751
99 752
99 753
99 754
99 755
99 756
99 757
99 758
99 759
99 760
99 761
99 762
Fabriknr.
10142
10143
10144
10145
10146
10147
10148
10149
10150
10151
10152
10153
Anlieferung / Probefahrt
     07.1933 / 07.07.1933 Thum
     08.1933 /      08.1933 Thum
     09.1933 /      09.1933 Thum
26.09.1933 / 29.09.1933 Zittau - Oybin
     10.1933 /           1933 Zittau
     11.1933 /           1933 Zittau
27.05.1933 / 30.05.1933 Schönfeld-Wiesa - Meinersdorf
03.06.1933 / 07.06.1933 Meinersdorf - Thum
09.06.1933 / 12.06.1933 Meinersdorf - Thum
16.06.1933 / 19.06.1933 Meinersdorf - Thum
26.06.1933 / 28.06.1933 Meinersdorf - Thum
01.07.1933 / 04.07.1933 Meinersdorf - Thum
Abnahme
07.07.1933
??.08.1933
??.09.1933
29.09.1933
??.11.1933
??.11.1933
30.05.1933
07.06.1933
12.06.1933
19.06.1933
28.06.1933
??.07.1933
erster Einsatzort
Thum
Thum
Thum
Zittau
Zittau
Zittau
Thum
Thum
Thum
Thum (Geyer)
Thum
Thum

Um den drastischen Abbau des Zittauer Bestandes im November 1931 abzufangen teilte man dem Oberlausitzer Bw 3 Maschinen des 3. Baulos zu. Bereits am 1.10.1933 kam auch noch 99 753, welche ursprünglich dem Bw Thum zugeteilt war nach Zittau. Alle vier Lokomotiven besaßen statt der Speisepumpe und des Vorwärmers einen Friedmann-Abdampfinjektor, welcher sich trotz großer Zufriedenheit des Personals nicht durchsetzten konnte. Dieser Bestand an sechs Einheitsloks blieb bis 1944 konstant. 
Am 30.Mai 1933 begann mit der Probefahrt der 99 757 die Stationierung der VII K in Thum. Ihr folgten bis September 1933 vermutlich acht weitere, allerdings ging 99 753 gleich nach Zittau. 99 751 und 99 752 besaßen Friedmann-Abdampfinjektor. Trotz des hohen Bestandes, welcher bis Kriegsende konstant blieb, behielt man weiterhin fünf IV K und sechs VI K. 1944 ging 99 757 nach Zittau, dafür erhielt man 99 755. Die Einsatzstelle Thum gehörte von 1933 bis Mai 1946 zum Bw Chemnitz-Hilbersdorf.
Die Müglitztalbahn von Heidenau nach Altenberg erhielt um 1933 von Hainsberg 99 739 zugewiesen. Alllerdings stand bereits 1934 der Umbau auf Normalspur bereits fest, so daß keine Umbauarbeiten am Oberbau in Gang kamen. Zu den Deutschen Skimeisterschaften weilte zur Unterstützung die Oberwiesenthaler 99 746 vom 6. bis 16. Februar 1937 beim Bw Altenberg. 1938 folgte die Umspurung der Strecke.
 
Weniger stark frequentierte Verbindungen wie die Lausitzer Strecken von Taubenheim und Herrnhut bekamen nie eine VII K zugeteilt, auch in Hohnstein, Mosel, Kirchberg und Wolkenstein reichte weiterhin die IV K zur Bewältigung des Verkehrsaufkommens. Im Mügelner Netz hätte mit großem Aufwand der Oberbau verstärkt werden müssen. Da jetzt viele IV K von anderen Strecken frei wurden nahm man von diesem Unternehmen Abstand. Im Wilsdruffer Netz waren genügend VI K vorhanden.


99 758 rollt in den Bahnhof Zittau Vorstadt
99 758 rollt in den Bahnhof Zittau Vorstadt
99 762 wird gleich den Bf. Malter erreichen
99 762 wird gleich den Bf. Malter erreichen
Stationierung 1. Januar 1935

Die neuen Lokomotiven bewährten sich hervorragend und mußten im Zittauer Gebirge, in Oberwiesenthal und auf der Kipsdorfer Strecke Höchstleistungen besonders im Wintersportverkehr vollbringen. Sie waren in der Lage, einen vollbesetzten 13-Wagenzug mit 30 km/h nach Kipsdorf zu befördern. In der Ebene kann ein Zug von 570 t noch mit 25 km/h befördert werden.


Kriegseinwirkungen und Reparationen:

Während des Krieges blieben alle Lokomotiven in Sachsen und waren bei Kriegsende auch noch vollzählig vorhanden. In diese Zeit fielen relativ wenig Bestandsverschiebungen. Gründe dafür sind die gesunkenen Beförderungsleistungen auf allen Strecken sowie Betriebseinschränkungen. Die Kapazität der Ausbesserungswerke reichte immer noch, die unbedingt benötigten Maschinen betriebsfähig zu halten. So erhielt die Oberwiesenthaler 99 746 vom 12. Mai bis 20. Juni 1942 eine Zwischenuntersuchung in Chemnitz. Danach wurde sie nur nach Oberwiesenthal gefahren und blieb bis September 1943 eingemottet. 99 761 erlitt 1944 bei einem Fliegerangriff in Thum Beschädigungen an Wasserkästen und Führerhaus, konnte aber in der Thumer Werkstatt wieder repariert werden. Im Mai oder Juni 1945 verließ 99 736 Oberwiesenthal mit Ziel Zittau. Am 22. Juni 1945 beförderte sie mit P 507 den letzten Zug von Zittau nach Markersdorf. Dort wurde das gesamte rollende Material von der Polnischen Armee beschlagnahmt. Allerdings beorderte die sowjetische Militärkommandatur in Zittau einen Tag später die Lok zurück, bei dieser Gelegenheit wurden auch noch 16 Personenwagen von Reichenau mitgenommen. Hainsberg büßte vermutlich 1944 mit 99 744 die erste Einheitslok ein. Sie gelangte ebenfalls nach Zittau. 
 
Doch auch die Baureihe 99.73-76 bleibt von Reparationsabgaben nicht verschont. Ende des Jahres 1945 müssen 10 Maschinen abgegeben werden. Es handelte sich um 99 733 (Oberwiesenthal), 99 736 (Zittau, vorher Oberwiesenthal), 99 737 (Oberwiesenthal), 99 744 (Hainsberg), 99 748 (Zittau), 99 751 (Thum), 99 752 (Thum), 99 753 (Zittau), 99 755 (Thum) und 99 756 (Zittau). 99 731, ursprünglich auch für den Abtransport vorgesehen, verblieb in Deutschland. Acht der Lokomotiven kommen zum Stahlwerk Beloretzk im Ural, dort bekamen sie 1949 neue Rahmen, Führerhäuser, Zylinderblöcke und wurden mit Schlepptendern ausgerüstet. Bei diesem Umbau entfiel auch die hintere Laufachse. Etwa 1962 wurden alle ehemaligen VII K auf Ölfeuerung umgebaut. Zwischen 1975 und 1979 erfolgte die Zerlegung der Maschinen. Von 99 736 und 99 753 verliert sich die Spur nach dem Abtransport.
 
Das Bw Zittau besaß am 1.1.1946 noch vier Einheitsloks: 99 731, 99 749, 99 754 und 99 757. Wiederum mußten IV K und VI K aushelfen. Hainsberg war sehr glimpflich aus den Wirren um die Reparationslieferungen hervorgegangen und besaß zum 1.1.1946 acht Einheitsloks, welche buchmäßig seit dem 1.7.1945 beim Bw Dresden-Altstadt, LES Freital-Hainsberg beheimatet waren. In Oberwiesenthal konnte man fünf Loks vorweisen, die aber nicht alle betriebsfähig waren. Als Ersatz kamen die IV K 99 592 und 99 594 aus Thum sowie 99 604 aus Schönheide und 99 607 aus Kirchberg. Das Thumer Netz, nun zum Bw Annaberg-Buchholz gehörig, verfügte am 1.1.1947 über einen Bestand von sechs Einheitsloks. Allerdings waren nur 99 760 und 99 762 betriebsfähig. Übrigens wurden alle Thumer VI K als Reparationsleistung abgegeben. Durch Zerstörung war die Kapazität des zuständigen RAW Chemnitz bei Kriegsende stark eingeschränkt, so das man auf andere Möglichkeiten der Ausbesserung zurückgreifen mußte. So wurden im Bw Zittau im Zeitraum 1946 bis 1948 an 11 Lokomotiven Ausbesserungen der Schadgruppen L2, L3 und L4 durchgeführt. Die Mechanischen Werkstätten von J. Vogler in Freital führten im gleichen Zeitraum 6 Untersuchungen an Einheitsloks aus Oberwiesenthal und Hainsberg durch. Das Bw Buchholz/Sachs.(seit 1945 Annaberg-Buchholz), dem Oberwiesenthal jetzt unterstellt war, wurde ebenfalls mit L2 an 99 747 vom Bw Zittau sowie 99 760 und 99 762 beschäftigt. Auch in Nossen, Wilsdruff, Thum und Hainsberg gab es jetzt viel zu tun, um den Einheitslokbestand so schnell wie möglich wieder dem Betriebsdienst zuzuführen. Sogar das Bw Werdau, wo man vorher wohl noch nie eine VII K gesehen hatte, führte an den Hainsberger 99 731 und 99 741 L3 durch.


Deutsche Reichsbahn 1945 - 1993:  

22 Einheitslokomotiven übernimmt die Deutsche Reichsbahn schließlich in ihren Betriebspark.
Am 13. November 1948 kam die Oberwiesenthaler 99 745 nach Hainsberg. Da an der Fichtelbergbahn die Sowjetische Aktiengesellschaft Wismut (später Sowjetisch-Deutsch) mit dem Abbau von Uran begann, wurden von der Schmalspurbahn besonders hohe Beförderungsleistungen gefordert. 99 746 legte an 30 Einsatztagen im August 1949 6957 km zurück, 99 735 stand dem mit 6521 km an 29 Tagen in Nichts nach. Der Bestand (99 732, 99 735, 99 746, 99 750) blieb bis zur Einführung der Neubauloks konstant. Bereits am 27.10.1952, zwei Tage nach Anlieferung der ersten Neubaulok, verließ 99 750 Oberwiesenthal in Richtung Zittau. 99 746 wurde als letzte ihrer Baureihe am 17.8.1953 nach Zittau abgegeben. 99 762 stand im März 1954 nochmal für einen knappen Monat als Reserve in Oberwiesenthal bevor sie an das Mansfeld-Kombinat verliehen wurde.
Im, seit 1.2.1949 selbständigen Bw Thum beendete die Neubaulok der Baureihe 99.77 den Einsatz der Einheitslok noch innerhalb des Jahres 1953. 99 757-760, 99 732 und 99 742 kamen nach Zittau. Nur 99 761 gelangte für ein knappes Jahr nach Freital-Hainsberg bevor sie ein letztes Mal in Oberwiesenthal Dienst tat und dann Hainsberger Stammlok wurde. Nach 1953 kam es immer wieder zu vereinzelten Einsätzen der Einheitsloks auf Thumer Strecken nach erfolgten Untersuchungen im Bw Thum.


Stationierung 1. Januar 1950

99 758 und 99 735 wieder mit alter Nummer
im Bf. Bertsdorf 1998

Im Januar 1949 besaß das Bw Zittau kurzzeitig 4 Einheitsloks im Bestand, doch seit dem 24.8.1950 war in Zittau keine VII K mehr vorhanden. Sämtliche Leistungen mußten mit VI K gefahren werden, da die Einheitsloks in Hainsberg, Thum und Oberwiesenthal wohl dringender benötigt wurden. Durch die Neubauloks wurden ab Juni 1953 allerdings wieder Einheitsloks in Oberwiesenthal und Thum überflüssig, so daß bis Juni 1954 wieder ein Bestand von 9 Lokomotiven in Zittau aufgebaut werden konnte. Im April 1954 verließen die letzten beiden VI K Zittau in Richtung Wilsdruff. Zwei IV K hielten sich für den Rangierdienst noch bis 1963.

In Freital-Hainsberg (seit 1.1.1951 LES des Bw Wilsdruff) baute man bis 1963 einen beachtlichen Bestand von 12 Maschinen auf. Bis dahin kam es nur zu wenigen Veränderungen, so erhielt man 99 750 im Jahr 1952 und 4 Jahre später 99 761 aus Oberwiesenthal. Im März 1957 folgte noch 99 742, sie blieb bis zu ihrer Ausmusterung. 99 757 wurde zwei Monate später an Zittau abgegeben. Nach Eintreffen der ersten Neubaulok wurde 99 731 am 28.8.1963 nach Zittau abgegeben. Da Hainsberger Lokomotiven auch im Bw Wilsdruff ausgebessert wurden, kam es bis 1966 zu Vorspann- und Zugleistungen zwischen Freital-Potschappel und Wilsdruff.
Aufgrund von Verschleißerscheinungen an den Feuerbüchsen und erhöhtem Reparaturaufwand an den Altbaukesseln wurden 1964 und 1965 in Freital-Hainsberg 99 742, 99 743, 99 754 und 99 738 abgestellt. Damit konnte auch der Loküberschuß abgebaut werden, da man planmäßig nur 6 Lokomotiven benötigte. 
 
Da die DR auf absehbare Zeit auf die Einheitsloks nicht verzichten konnte, entschloß man sich zur Neubekesselung von 14 der noch vorhandenen 22 Maschinen. Dabei wurden die alten Dome wiederverwendet, um schwierig herzustellende und deshalb teure Kümpelteile zu sparen. Nur 99 757 und 99 758 erhielten komplett neue Kessel und Dome in Schweißausführung. Die Kessel entstanden in den Raw Cottbus und Halberstadt, der Einbau erfolgte im Raw Görlitz. Einige Lokomotiven standen ziemlich lange abgestellt, so fehlte 99 762 über ein Jahr dem Betriebsdienst. Nach und nach wurden die Lokomotiven mit Altbaukessel abgestellt, allerdings waren 99 732 und 99 745 noch über ein Jahrzehnt mit ihren neubekesselten Schwestern im Einsatz. Am 10.12.1975 wurde die letzte VII K mit Originalkessel zerlegt.
 
Betriebsnr. Einbau eines Neubaukessels Einsatzort Betriebsnr. Abstelldatum / Z-Park / Zerlegung letzter Einsatzort
99 731
99 734
99 735
99 741
99 746
99 747
99 749
99 750
99 757
99 758
99 759
99 760
99 761
99 762
19.07.1965 Raw Halberstadt 321/65
05.10.1964 Raw Cottbus 16/64
18.06.1965 Raw Halberstadt 318/65
28.02.1966 Raw Halberstadt 343/16
20.05.1965 Raw Halberstadt 315/65
17.10.1965 Raw Halberstadt 333/65
02.04.1965 Raw Halberstadt 307/65
19.03.1964 Raw Cottbus 14/64
30.11.1965 Raw Halberstadt 340/65
28.11.1966 Raw Halberstadt 355/66
02.10.1963 Raw Cottbus 7/63
25.07.1966 Raw Halberstadt 353/66
12.06.1964 Raw Cottbus 15/64
03.08.1966 Raw Halberstadt 354/66
Bw Zittau
Lbf. Ftl.-Hainsberg
Bw Zittau
Bw Zittau
Bw Zittau
Lbf. Ftl.-Hainsberg
Bw Zittau
Lbf. Ftl.-Hainsberg ?
Bw Zittau
Bw Zittau
Bw Zittau
Bw Zittau
Lbf. Ftl.-Hainsberg
Bw Zittau
99 732
99 738
99 739
99 740

99 742
99 743
99 745
99 754

16.09.74 / 16.12.74 / 10.12.75
15.10.65 / 23.03.67 / 13.02.69
01.08.67 / 31.08.68 / 30.08.68
1973 / 31.03.73 / verkauft an
Glaswerk Sörnewitz zerlegt 5.84
03.07.67 / 26.05.65 / 22.11.67
15.02.65 / 26.05.65 / 19.06.69
09.05.73 / 30.06.73 / 22.12.75
09.07.65 / 23.03.67 / 13.02.69
Bw Zittau
Lbf. Ftl.-Hainsberg
Lbf. Ftl.-Hainsberg
Lbf. Ftl.-Hainsberg

Lbf. Ftl.-Hainsberg
Lbf. Ftl.-Hainsberg
Lbf. Ftl.-Hainsberg
Lbf. Ftl.-Hainsberg

99 750 diente von November 1967 bis Mai 1968 als Heizlok im Schaumstoffwerk Burkhardtsdorf und war während dieser Zeit dem Bw Karl-Marx-Stadt zugeteilt. Diese Pause hatte die Lok ihrem allgemein schlechten Zustand und dem Loküberhang in Hainsberg zu verdanken. Danach kam die Lok wieder nach Hainsberg in den Zugdienst.  

Die Umzeichnung am 1.Juli 1970 erlebten noch 17 Maschinen im aktiven Betriebsdienst. Der Einfachheit halber werden hier weiter die alten Nummern verwendet. Die Einsatzstelle Freital Hainsberg besaß zum Jahresanfang 1970 noch sechs Einheitsloks (99 734, 99 740, 99 745, 99 747, 99 750, 99 761). Dies änderte sich mit den Abgängen von 99 750 nach Zittau und den Ausmusterungen von 99 740 und 99 745. Die ausgemusterte Zittauer 99 732 sollte ursprünglich den Neubaukessel von 99 750 erhalten, da sie sich in besserem Gesamtzustand befand. Nach der Hauptuntersuchung der Hainsberger Maschine vom 28.5. bis 31.8.73 kam es allerdings nicht mehr zum Tausch. Somit befanden sich zum 1.1.1975 noch 11 Einheitsloks beim Bw Zittau. Dieser Bestand blieb bis Mitte der achtziger Jahre relativ konstant, da Zittau als einzige sächsische Schmalspurbahn zur Rbd Cottbus gehörte und überbezirkliche Tauschaktionen nicht angestrebt wurden. 99 757 half 1977 im Olbersdorfer Imprägnierwerk zeitweise als Heizlok aus. Von Juli bis August 1977 weilte die Zittauer 99 735 auf der Insel Rügen. Da man in Putbus die Wiedereinführung des Güterverkehrs mit Rollwagen anstrebte, wurden mit der VII K zwei Probefahrten zwischen Putbus und Göhren durchgeführt. Allerdings zerschlugen sich diese Pläne und später kamen nur noch Neubauloks auf Rügen.


99 1746-9 hat Signal Zp6 bekommen und fährt
in den Bahnhof Rabenau ein
Stationierung 1. Januar 1980

Seit dem 1.1.1973 exestierte das Bw Wilsdruff nicht mehr und die Lokeinsatzstelle Freital-Hainsberg gehört wieder zum Bw Nossen. 1984 erhielt man aus Zittau die frisch hauptuntersuchte 99 746, mußte sie allerdings am 20.1.1988 zurückgeben. In Zittau wurde die abgefahrene Maschine am 19.5.1988 abgestellt und rostete bis zu ihrer L6 zum 6.1.91 im Raw Görlitz vor sich hin. Danach gehört sie wieder zur Einsatzstelle Freital-Hainsberg. 
Die Festlegung der Stillegung der Zittauer Strecke zum Fahrplanwechsel 1989/90 hatte immer wieder hinausgezögerte Untersuchungen zur Folge und so kam es Ende der Achtziger Jahre in Zittau zu Lokmangel. 99 750 stand seit dem 18.12.1987 auf "w" (warten auf Raw). Wie erwähnt wurde 99 746 kurz nach ihrem Eintreffen aus Hainsberg abgestellt. 99 741 erlitt am 23.8.88 einen Schaden und wurde nicht betriebsfähig abgestellt. Die Fristen von 99 760 liefen am 1.9.88 ab. Diese Bestandseinbußen fing man durch geliehene Neubauloks ab. Am 1.1.1990 waren in Zittau noch 99 731, 99 735, 99 749, 99 757, 99 758, 99 759 und 99 762 betriebsfähig. Dazu kamen die Neubauloks 99 776 und 99 785. 99 749 erlitt 1990 einen Rahmenriß, wurde aber wieder repariert. Mit dem Beschluß zur Einstellung des Kohleabbaus im Braunkohlentagebau Olbersdorf hatte die Zittauer Strecke und mit ihr die Einheitslokomotiven wieder eine Perspektive. Am 1.3.1990 kehrte 99 750 aus Görlitz zurück. Ihr folgte am 4.10.1991 die 99 741. 99 760 kehrte schließlich am 20.1.1992 als erste ölgefeuerte Lok nach Zittau zurück.
Akuter Lokmangel bescherte den Oberwiesenthaler Eisenbahnern vom 13.8. bis 25.9.1988 mit 99 734 nach 30 Jahren Abstinenz wieder eine Einheitslokomotive. Ein nochmaliger Einsatz der Hainsberger Lok erfolgte vom 20.8. bis 25.10. 1990.  


Die "VII K alt" heute:

Ab März 1990 wurde der Hainsberger Lokpark schrittweise auf Druckluftbremse umgebaut. Letzte Saugluftlok war 99 734. 99 747 gab man am 20.10.1990 nach Zittau ab, da sie Saugluftbremse besaß, konnte man mit ihr nichts mehr anfangen. Als Ersatz erhielt man am 15.2.1991 die Zittauer 99 762, welche mangels druckluftgebremster Wagen in Zittau noch kein Betätigungsfeld fand. Sie war noch bis zum 11.3.93 betriebsfähig und wurde dann abgestellt. Bereits am 7.1.91 traf in Hainsberg 99 746 direkt vom Raw Görlitz ein. Ebenfalls von Zittau kam die immer noch saugluftgebremste 099 725-4 (99 741) am 29.9.1993 und am 12.11.93 erhielt man auch 099 727-0 (99 747) zurück. 099 725-4 (99 741) erhielt 1994 als letzte Hainsberger VII K Druckluftbremse.
 
Die Umzeichnung auf DB-Nummernschema erlebten am 1. Januar 1992 noch 14 Lokomotiven Baureihe 99.73-76. Damit waren nach 60 Einsatzjahren noch fast die Hälfte des ursprünglichen Bestands in Betrieb. 
 

Betriebsnr. bis 31.12.91
99 1731-1
99 1734-9
99 1735-2
99 1741-0
99 1746-9
99 1747-7
99 1749-3
99 1750-1
99 1757-6
99 1758-4
99 1759-2
99 1760-0
99 1761-8
99 1762-6
Betriebsnr. ab 1.1.92
099 722-1
099 723-9
099 724-7
099 725-4
099 726-2
099 727-0
099 728-8
099 729-6
099 730-4
099 731-2
099 732-0
099 733-8
099 734-6
099 735-3
Einsatzort 1.1.1992
Bw Zittau
Bw Nossen, LES Ftl.-Hainsberg
Bw Zittau
Bw Zittau
Bw Nossen, LES Ftl.-Hainsberg
Bw Zittau
Bw Zittau
Bw Zittau
Bw Zittau
Bw Zittau
Bw Zittau
Bw Zittau
Bw Nossen, LES Ftl.-Hainsberg
Bw Nossen, LES Ftl.-Hainsberg
099 725 steht in Freital-Hainsberg zur Abfahrt bereit
099 725-4 (99 741) wartet in Freital-Hainsberg auf die Abfahrt

Am 27. Dezember 1992 ereilte dann die Baumusterlok 099 722-1 (99 731) ihr Schicksal, sie wurde im Bw Zittau z-gestellt und am 6.Januar 1994 ausgemustert. Glücklicherwiese blieb sie erhalten und wurde von der SOEG im Jahre 2000 betriebsfähig aufgearbeitet. Die nächste Hauptuntersuchung wurde im Juni 2005 in Meiningen erfolgreich abgeschlossen, die Lok besitzt nun wieder einen Rauchkammerzentralverschluß. Am 28.Februar 1993 stellte man in Zittau 099 730-4 (99 757) wegen eines Kesselschadens ab, auch sie wurde im Januar 1994 ausgemustert und ist heute in desolatem Zustand im Bw Zittau abgestellt. 099 732-0 (99 759) gelangte am 9. November 1993 noch nach Oberwiesenthal um dort die abgestellte IV K 99 586 zu ersetzen, aber bald wurde sie ebenfalls abgestellt und befindet sich seit 1999 im Schmalspurmuseum Oberrittersgrün. Die Freitaler 099 735-3 (99 762) wurde am 11.3.93 abgestellt, doch ließ die Deutsche Bahn sie 1998 als Ersatz für die verkaufte 099 747-8 (99 783) wieder aufarbeiten. Die Lastprobefahrt fand am 3.Dezember 1998 statt. Eine zwischenzeitlich fällige Fristuntersuchung im Dezember 2000 wurde auf dem "kleinen Dienstweg" mit dem AW Meiningen realisiert, da DB Regio aus Kostengründen über die Abstellung einzelner Maschinen nachdachte. Am 12.12.2002 wurde die Lok mit Fristablauf vorerst abgestellt. Ihre Zukunft hängt von der Perspektive der Weisseritztalbahn nach dem Augusthochwasser ab. Sie beförderte auch den ersten Zug nach dem Hochwasser am 22.8.02 nach Potschappel sowie die letzten Züge im November 2002. Schlechter erging es 099 734-6 (99 761), sie stand seit ihrer Ausmusterung 1995 als Ersatzteilspender im Lokschuppen Kipsdorf. Am 4. Oktober 2001 wurde sie nun nach Freital-Hainsberg überführt. 9 Monate später, am 3.Juli 2002 erfolgte der Transport nach Meiningen zur Hauptuntersuchung wo die Lok vorraussichtlich Ende September 2002 mit Neubaukessel fertiggestellt sein wird. Am 27.2.04 wurde die Lok schließlich betriebsfähig aber nicht abgenommen nach Freital-Hainsberg überführt. Die Lok soll 99 789 ersetzen, welche in Radebeul bleibt. Die Hainsberger 99 741 bekam ihre letzte Hauptuntersuchung im Oktober 1999 und ist seit dem Fristablauf im Jahr 2002 abgestellt. Die der SOEG gehörenden Ölloks 99 749 und 99 750 wurde 1996/97 abgestellt, jedoch bekam 99 749 als Ersatz für 99 760 im Oktober 1999 wieder eine Hauptuntersuchung bei der Malowa in Benndorf. Die nächste Hauptuntersuchung wird bereits im Frühjahr 2003 in Benndorf durchgeführt und konnte schließlich im Dezember 2003 erfolgreich abgeschlossen werden. 99 750  befindet sich seit dem 19.Juni 2002 als Denkmal vor dem Trixipark Großschönau, dazu wurde die Lok äußerlich aufgearbeitet. 99 760 wurde 1999 abgestellt, ist aber nach einigen Reparaturen seit dem 15.Februar 2001(Probefahrt) wieder in Betrieb. Damit ist die erste ölgefeuerte VII K auch die letzte im Einsatz befindliche. Die Fristen der Maschine reichen noch bis ins Jahr 2002. Eine nochmalige Fristverlängerung bescherte der Lok ein weiteres betriebsfähiges Jahr bis zum 23.August 2003. An diesem Tag lief die Frist und Betriebserlaubnis der letzten ölgefeuerten Lokomotive des Bw Zittau aus. Die Lok erhält vorerst keine neue Hauptuntersuchung. 99 734 wurde nach Ablauf der Festwoche in Steinbach vorerst aus betriebswirtschaftlichen Gründen abgestellt, unter Regie der Bahnreinigungsgesellschaft bekam sie aber im Mai 2001 eine Zwischenuntersuchung im AW Meiningen. Der Fristablauf dieser Maschine ist im Mai 2003, allerdings erhält sie bereits seit Herbst 2002 eine in Hainsberg ausgeführte Fahrwerksuntersuchung, die Kessel-HU soll später in Meiningen durchgeführt werden. Die Zittauer 99 758 hatte ihren vorerst letzten Einsatztag wegen Fristablaufs am 13.Februar 2001. Im Frühjahr 2003 erhielt die Maschine eine HU bei der MALOWA in Benndorf. Am 21.Februar erfolgte der Rücktransport nach Zittau, wo allerdings Laufwerksschäden noch vor der Probefahrt entdeckt wurden, welche bis zur 15.KW in Benndorf behoben wurden. Die erfolgreiche Lastprobefahrt erfolgte schließlich am 24.4.2003. Die Hainsberger 99 747 kehrte am 26.September 2001 nach einer Hauptuntersuchung in Meiningen nach Freital-Hainsberg zurück. Sie ist seit dem 12.8.2002 nicht einsatzfähig abgestellt. Nach Reparaturen und Übernahme durch die BVO Bahn GmbH wurde die Maschine leihweise nach Oberwiesenthal umgesetzt wo sie sich bei den Personalen großer Beliebtheit erfreut.
Nach Verkauf der Radebeuler 99 788 und der daraus resultierenden Umbeheimatung der frisch hauptuntersuchten 99 789 von Hainsberg nach Radebeul mussten die Hainsberger Maschinen auf Verschleiß gefahren werden. Der Zustand von 99 746 verschlechterte sich so rapide, das sie noch vor ihrem
Fristablauf im Januar 2002 abgestellt werden musste. Am 14. Juni 2002 fand die erfolgreiche Lastprobefahrt nach der Untersuchung in Meiningen auf ihrer Heimatstrecke statt. Sie ist im Oktober 2003 die letzte betriebsfähige Einheitslok im Bestand der EST. Hainsberg. Von Januar bis Mai  2007 erhielt die Lok eine erneute Hauptuntersuchung in Oberwiesenthal welche mit der Lastprobefahrt am 1.6.07 abgeschlossen werden konnte.

 
In Freital-Hainsberg kam es wegen Lokmangels im Herbst 2000 mehrfach zum Schienenersatzverkehr.


Hochwasser im Osterzgebirge im August 2002: Nach der Hochwasser-bedingten Sperre der Strecke Freital-Hainsberg - Kurort Kipsdorf seit dem 11. August 2002 sind alle Loks bis auf 99 747, 99 761 und 99 777 in Hainsberg unbeschädigt abgestellt. 99 747 wurde am 11.8.02 vom Fahrdienstleiter Kipsdorf auf ihrer Bergfahrt in Schmiedeberg gestellt und zur sofortigen Umkehr veranlaßt. Durch das teilweise bereits überschwemmte Ulberndorf kam der Zug noch bis zur Vorsperre Malter wo das Wasser bereits bis an die Kuppelstangen reichte und man sich zur Rückkehr nach Dippoldiswalde entschloß, wo der Zug seitdem abgestellt steht. Das Wasser reichte den Wagen zeitweise bis an das Bühnenblech, hinterließ jedoch keine gröberen Schäden. Die größere Gefahr sind hier wohl die herbeigelockten Souvenirjäger. Da DB Regio bis heute die Fahrzeuge in Dippoldiswalde nicht für den Fahrbetrieb zur Verfügung stellt, wurde 99 747 am 29.April 2003 nach Freital-Hainsberg überführt und seitdem mit Schäden nicht wieder in betrieb genommen. 99 761 befindet sich noch zur L7 in Meiningen und soll noch im September 2002 fertiggestellt werden, eine Überführug nach Freital-Hainsberg und Lastprobefahrt sind derzeit nicht geplant. 99 762 hatte die Ehre, am 22.August 2002 den ersten Zug nach dem Hochwasser zwischen Hainsberg und Potschappel zu befördern, welcher 9.15 Uhr den Bf. Hainsberg verließ.

Änderungen im Bestand seit 2003:

Übernahme der Betriebsführung auf den Strecken Radebeul- Radeburg und Freital-Hainsberg - Kipsdorf durch die BVO Bahn GmbH am 10.Juni 2004.
Übernahme aller Einheitslokomotiven:      99 734 abgestellt in Freital-Hainsberg betriebsfähige Aufarbeitung begonnen
                                                              99 741 abgestellt in Freital-Hainsberg
                                                              99 746 zum Kleinbahnfest 2004 und 2005 zwischen Hainsberg und Cossmannsdorf im Einsatz,
                                                                          Fristablauf 13.6.06, bis dahin Einsatz in Radebeul, HU in Oberwiesenthal von Januar bis Mai 2007
                                                                          Lastprobefahrt 1.6.2007 CrO für Weißeritztalbahn vorgesehen
                                                              99 747 betriebsfähig in Oberwiesenthal
                                                              99 761 betriebsfähig in Radebeul
                                                              99 762 abgestellt in Freital-Hainsberg

In Zittau gab es keine Änderungen im Bestand. 99 731 kehrte am 29.06.05 von der HU in Meiningen zurück, 99 735 absolvierte ihre Lastprobefahrt am 11.07.06 und 99 758 folgte am 10.07.07

Stationierung 1. Januar 2000
Stationierung 1. April 2004

Stationierung 1. August 2002
Stationierung 1. Januar 2006

Die Hainsberger Loks gehören nach Auflösung des Bw Nossen zum 1.1.1994 nun zum Bestand des Betriebshof Riesa, allerdings existiert dieser mittlerweile auch nicht mehr. 1996 war der Bh Dresden zuständig. Der Bh Dresden (sprich das ehemalige Bw Dresden-Fiedrichstadt) ist allerdings DB Cargo Standort und die Schmalspurloks in Radebeul und Freital gehören DB Regio Dresden. Am 1.Januar 2001 hat die Mitteldeutsche Bahnreinigung die Betriebsführung auf den letzten beiden DB-Schmalspurstrecken in Freital und Radebeul übernommen und zu diesem Zweck das rollende Material von DB-Regio gemietet. Bald folgte aber die Umbenennung in DB Services Südost, deren Vertrag zum 30.6.2003 ausläuft. Die BVO Bahn GmbH hat alle Hainsberger Einheitslokomotiven übernommen.


099 723-9 mit alter Nummer in Freital-Hainsberg 1999. Die Lok besitzt seit 1997 wieder einen Rauchkammerzentralverschluß.

Leihlok 99 762 beim Mansfeld-Kombinat 1954:  

Durch die stark gestiegenen Beförderungsleistungen auf den Bergwerksbahnen im Mansfelder Bergbaurevier waren die alten O&K Loks oft überfordert. Auch die beiden Neubauloks, baugleich mit 99.77, wurden durch die hohen Zuglasten stark beansprucht und der nicht besonders gelungene Rahmen zahlte schnell Tribut in Form von Rissen. So kam es immer wieder zu Ausfällen und deshalb traf im März 1954 99 762 aus Zittau in Klostermansfeld ein. Allerdings war der Einsatz der "Sachsenlok" nicht unproblematisch, da die Kupplungssysteme nicht übereinstimmten und die Wagen nur Druckluftbremse besaßen. Ab 12.8.1954 stand sie auf "w" und kehrte nach erfolgter Untersuchung am 15.12.1954 nach Zittau zurück. In späteren Jahren kamen nur noch Neubauloks in Mansfelder Land.



Ausbesserungswerke:  

Bis zum 31.12.1931 war für die Unterhaltung der 99.73-76 das RAW Dresden-Friedrichstadt zuständig. Dort erfolgten auch einige Bauartänderungen, wie der Ausbau der Gegendruckbremse beim Hartmann-Baulos. Danach folgte die Umwandlung in ein Güterwagen-RAW. Das RAW Chemnitz war bis 1948 allein für die Unterhaltung der VII K zuständig. Im arbeitslos gewordenen Bw Schlauroth bei Görlitz begann man nach dem Krieg schrittweise mit der Ausbesserung von Schmalspurlokomotiven. Seit dem 1.1.1950 wurde der vormalige Werkteil des Bw Görlitz als eigenständiges RAW Schlauroth geführt und 1955 erfolgte die Umbenennung in Raw "Deutsch-Sowjetische Freundschaft" Görlitz. Zu diesem Zeitpunkt war Görlitz schon für alle Lokomotiven der Rbd Dresden und Erfurt zuständig. In den siebziger Jahren wurde das Raw Görlitz für einige Zeit Werkabteilung des Raw Cottbus, was aber wieder rückgängig gemacht wurde. 1997 endete die Ausbesserung von Lokomotiven im Raw Görlitz, letzte Einheitslok war 99 735 der SOEG, welche auf Kohlefeuerung umgebaut wurde. Seitdem werden die Lokomotiven der SOEG bei der Malowa in Benndorf instandgehalten, die Maschinen von DB Regio bzw. BRG und nun BVO unterhält das DLW Meiningen.


Umbau auf Ölfeuerung 1991/92:  

Im Oktober 1990 entschloß sich die Deutsche Reichsbahn, einen Großteil ihrer Schmalspurlokomotiven auf Ölfeuerung umzubauen. Begründet wurde diese Maßnahme mit Arbeitserleichterung für das Lokpersonal, besserem Wirkungsgrad der Kessel sowie niedrigere Betriebskosten und höherer Umweltverträglichkeit. Anfangs stand sogar der Einmannbetrieb zur Debatte, doch verabschiedete man sich von diesem Vorhaben durch die unübersichtlichen Streckenverhältnisse bei Schmalspurbahnen und erhöhte Sicherheitsvorkehrungen bei der Kesselausrüstung. Der ursprüngliche Umbau der Harzbahnloks der Baureihe 99.22-24 zerschlug sich durch die Privatisierung der Harzer Schmalspurbahn. Am 2.5.1991 legte man sich auf 99 760 als Baumusterlok fest. Wenig später begann der Umbau der Lok im Raw Görlitz. Anfängliche Probleme mit dem Ölbrenner führten zur Verzögerung der Inbetriebnahme, welche ursprünglich für den 16.12.1991 vorgesehen war. Am 20.1.1992 erfolgte die erste Probefahrt von Zittau nach Oybin. Diese verlief recht vielversprechend, es mußten nur geringfüge Nachbesserungen durchgeführt werden. So versah man den Luftzuführungskasten mit Verschlußklappen da die Ausmauerung der Feuerbüchse zu schnell auskühlte und die erneute Zündung des Öls durch Lunte erfolgen mußte. Die erfolgreichen Meß- und Probefahrten mit 99 760 veranlaßten die Rbd Dresden fünf weitere Loks des Bw Zittau auf Ölfeuerung umzubauen. Dieser Umbau erfolgte übrigens ohne offizielle Genehmigung der Reichsbahnzentrale und kostete ca. 60.000 DM je Lok. Schließlich wurden nur die Zittauer Einheitsloks 99 735, 99 749, 99 750, 99 758 und die Babelsberger Neubaulok 99 787 auf Ölfeuerung umgestellt. Da der Kessel der Neubaulok eine um fast zwei Quadratmeter größere Strahlungsheizfläche besitzt, schien ihr Umbau noch erfolgversprechender, doch litten die Meßergebnisse unter einem schlecht eingestellten Brenner und dem allgemein schlechten Zustand der Lok.
 
Als Brennstoff dient Mineralheizöl "Extraleicht" nach DIN 51 603. Bei den ölgefeuerten Normalspurlokomotiven der DR wurde Schweröl, welches als Nebenerzeugniss im Petrol-Chemischen Kombinat Schwedt entstand, verbrannt.  Um den Turbogenerator nicht zu überlasten wurde für die elektronische Flammenüberwachung und -steuerung ein zusätzliche Lichtmaschine (24V / 0,5 kW) installiert.
 

99 758 und 99 735 auf Bergfahrt bei Zittau-Vorstadt

Die SOEG übernahm zunächst alle Ölloks in ihren Bestand, ließ jedoch in den Jahren 1996 und 1997 die 99 735 und 99 758 wieder auf Kohlefeuerung umrüsten, da dieser Brennstoff für das kleine Unternehmen billiger zu beziehen ist und die Umweltverträglichkeit doch nicht die anfangs gestellten Erwartungen erfüllte. 1999 folgte noch 99 749. Nach Abstellung der 99 750 und 99 760 im Bw Zittau war seit 1999 keine Einheitslok mit Ölfeuerung in Betrieb. Die Fristen der Neubaulok 99 787 liefen am 24.Februar 2001 ab, der letzte Einsatztag war der 17.Februar, daraufhin wurde die Neubaulok abgestellt. Allerdings konnte 99 760 nach einigen Reparaturen bereits zwei Tage vorher wieder in den Bestand übernommen werden und wird hoffentlich noch bis Fristablauf 2002 eingesetzt. Nach einer erneuten Verlängerung ist die Lok nun bis zum 23.8.2003 als letzte Öllok eingesetzt worden. Am 19.Juni 2002 wurde 99 750 zusammen mit dem Reko-Personenwagen 970-261 vor dem Trixipark Großschönau als Denkmal aufgestellt.

 

99 735 hat Jonsdorf erreicht

Technische Daten der Baureihe 99.73-76