99 787 verläßt Olbersdorf-Oberdorf

31.07.07

Entwicklung der Neubaulok bei LKM Babelsberg:

Am 1. Januar 1950 hatte die Rbd Dresden 106 Lokomotiven der Baureihen 99.51-60 (sächs. IV K), 99.64-71 (sächs.VI K) und 99.73-76 (Einheitslok) für ihre 750 mm-Schmalspurbahnen im Bestand. Allerdings waren die Loks der Gattung IV K durchschnittlich 40 Jahre im Dienst und auch die VI K erreichten bald das dreißigste Dienstjahr. Nach Übernahme aller Privatbahnen auf dem Gebiet der DDR durch die Deutsche Reichsbahn wurde ein Bedarf von 133 Lokomotiven der Spurweite 750 mm errechnet. Dieser hohe Lokbedarf begründet sich in der nach dem Krieg gestiegenen Bedeutung der Schmalspurbahnen als Transportmittel zur Versorgung der Bevölkerung und zum Wiederaufbau der Wirtschaft. Der Straßenverkehr war während und nach dem Krieg weitgehend zum Erliegen gekommen, da kaum Fahrzeuge und Kraftstoff zur Verfügung standen. Auch der Betrieb der Wismut verlangte auf einigen Strecken neue Betriebsmittel, die das hohe Beförderungsaufkommen bewältigen sollten. Nach vorläufigen Planabsprachen aus dem Jahre 1950 waren drei verschiedene Baureihen für die 750 mm-Spur vorgesehen. Von 1951 bis 1954 sollten 56 Maschinen der Gattung 1'E1' h2t, zwanzig 1'D1' h2 und eine D h2 Schlepptenderlok beschafft werden. Die 1'D1' sollten die Gattung IV K ersetzten. Der D-Kuppler entsprach in seiner Bauart vermutlich der späteren 99 1401, welche als Baumuster der für die Sowjetunion gebauten Reparationsloks 1947 entstanden war.
 

Bereits im September 1950 konnte der Lokomotivbau "Karl Marx" in Babelsberg (früher O&K) das erste Projekt einer 1'E1' h2t der Gattung K57.9 vorstellen. Der ursprünglich vorgesehene Mischvorwärmer exestierte noch nicht einmal auf dem Papier und wurde aufgrund des Zeitdrucks wieder verworfen. Die erste Lok sollte schließlich noch 1951 auf den Gleisen stehen. Ein Barrenrahmen war zu damaliger Zeit in der DDR nicht herstellbar, da die dafür notwendigen Maschinen demontiert worden waren. Deshalb entschied man sich für den Blechrahmen, welcher später das Sorgenkind Nr. 1 des Raw Görlitz wurde. Ursprünglich sollten Luft- und Speisepumpe auf der linken Seite der Rauchkammer angebaut werden und dafür der rechten Wasserkasten bis über die Vorlaufachse verlängert werden. Der Kessel lag insgesamt weiter vorn als bei der Einheitslok und besaß eine wesentlich verlängerte Rauchkammer. Dadurch wäre es aber vermutlich zu einer starken Belastung der ersten Laufachse gekommen. Durch den Entfall des Mischvorwärmers erübrigte sich die Speisepumpe und die Luftpumpe konnte vor den nur noch bis zur Zylindervorderkante reichenden rechten Wasserkasten verlegt werden. Auch die Rauchkammer wurde verkürzt.


99 779 zwischen Friedewald Hp. und Friedewald Bad.99 779 gehörte zum ersten Baulos und wurde im Juni 1953 ausgeliefert. Allerdings ist von den damaligen Baugruppen kaum noch etwas vorhanden, die Lok wurde 1991 völlig neu gebaut.(hier bei Friedewald Bad)

Parallel zu den Konstruktionsarbeiten wurden bereits Material beschafft und die ersten Teile hergestellt. Der Kessel der ersten gebauten Lok 99 771 bestand am 28. April 1952 seine Wasserdruckprobe. Zu diesem Zeitpunkt bestand noch nicht einmal ein Liefervertrag zwischen der Deutschen Reichsbahn und dem Herstellerwerk. Deshalb konnten auch nicht mehr alle Wünsche der Rbd Dresden berücksichtigt werden. So kamen beim ersten Baulos in Ermangelung von 85 V / 5 kW Lichtmaschinen solche mit 24 V /0,5 kW zum Einbau.


Auslieferung und erhebliche Probleme im Betriebsdienst:

99 771 wurde am 9.Juli 1952 fertiggestellt und war gleichzeitig die 1000. nach dem Krieg gebaute Lok der Babelsberger. Am 19.August 1952 erfolgte die Probefahrt zwischen Freital-Hainsberg und Kurort Kipsdorf. 99 772 hatte die Ehre, auf der Leipziger Herbstmesse vom 7. bis 17. September den Lokomotivbau "Karl Marx" Babelsberg zu vertreten. 1952 wurden noch 99 773 und 99 774 ausgeliefert. 99 775 bis 99 784 wurden im Jahr 1953 ausgeliefert. 99 771 und 99 773 bis 99 776 gelangten für kurze Zeit nach Freital-Hainsberg, wurden aber bereits bis Mitte des Jahres 1953 nach 

Oberwiesenthal bzw. 99776 nach Thum abgegeben. Die restlichen acht Loks wurden dem Bw Thum zugeteilt um dort die Einheitsloks ablösen zu können.Ursprünglich sollten noch zwei Maschinen mehr an die DR ausgeliefert werden, doch gelangten die Loks mit den Fabriknummern 32020 und 32021 aufgrund großen Lokmangels zum Mansfeld-Kombinat nach Klostermansfeld. Dort erhielten sie die Nummern 12 und 13 und die Namen "Patriot" und "Pionier". Die Rbd Dresden war mit dieser Verminderung ihres Beschaffungsprogramms keineswegs einverstanden und veranlaßte den Bau von 99 785 und 99 786 im Jahr 1954. 99 786 gelangte als erste Neubaulok zur Rbd Erfurt ins Trusetal. Das Bw Wilsdruff erhielt aus Gewichtsgründen keine VII K für sein Netz zugeteilt, sondern nur für die Strecke Hainsberg - Kipsdorf. Das Bw Zittau erhielt die Thumer Einheitslokomotiven und brauchte vorerst keine Neubauloks. Ursprünglich war auch die Strecke Mulda - Sayda für die Neubauloks vorgesehen, aber der Wismutbergbau beanspruchte die Strecke nicht und so unterblieb der Ausbau. 


99 779 im Bahnhof Moritzburg.

Am 20. August 1952 wurde die erste Lokomotive dem Betriebsdienst übergeben. Vom Lok- und Werkstättenpersonal wurde die gute Zugänglichkeit des Triebwerks und die besseren Tragfedern gegenüber den Einheitsloks gelobt. Auch die gute Verdampfungswilligkeit des Kessel konnte überzeugen. Durch die wesentlich größere Rostfläche und das zu Gunsten der Strahlungsheizfläche verbesserte Heizflächenverhältnis konnte selbst bei schlechter Braunkohle und mangelhafter Feuerführung immer genügend Dampf erzeugt werden. Allerdings ließ die Fertigungsqualität an einigen Baugruppen stark zu wünschen übrig. So traten schon bei Probefahrten Undichtigkeiten in Masse auf, Schweißnähte waren mangelhaft und die Bremsanlage zeigte Fehlfunktionen wie Überdruck im Arbeitsbehälter oder Aussetzen der Luftpumpe. 99 793 überstand ihre Probefahrt am 31.1.1957 nicht, nach 6,4 km endete die Fahrt mit einem gebrochenen Kreuzkopfbolzen. Doch auch die Kessel zeigten bald erste Ermüdungserscheinungen. Bereits im August 1952 traten bei 99 773 Steganrisse in der Feuerbüchsrohrwand auf. Bei mehreren Loks mußte aus demselben Grund die Rohrwand nach kurzer Einsatzzeit getauscht werden. Die ursprünglich 22 mm starken Deckenstehbolzen mußten nach häufig auftretenden Rissen durch 18 mm starke Stahlstehbolzen ersetzt werden. Bei mehreren Lokomotiven kam es zu betriebsgefährdenden Rissen am Stehkessel, wo der Steuerbockuntersatz angeschweißt war. Auch die Schlingerstücke am Bodenring waren nicht sorgfältig angeschweißt und bedingten bei ihrem Abbrechen immer einen Raw-Aufenthalt, da der Kessel vom Rahmen abgehoben werden mußte. Später wurden auch die 16 mm Stehbolzen an den Stehkesselseitenwänden durch solche mit 18 mm Durchmesser getauscht, so daß bis Mitte 1955 die Kessel langsam betriebssicher wurden. Zu diesem Zeitpunkt traten die ersten Probleme mit den Blechrahmen auf. Vor allem zu kleine Übergangsradien und die zu schwach verstärkten Achslagerausschnitte führten zu häufiger Rißbildung. Auch der Durchbruch zur Aschkastenverriegelung erwieß sich als Schwachstelle. Außerdem waren mangelhaft ausgeführte Schweißnähte Ausgangspunkt von Rissen. Über der dritten und vierten Kuppelachse auf der linken Lokseite wurden als erste Maßnahme bei allen Lokomotiven Verstärkungslaschen aufgeschweißt. Die Rahmenverbindung zwischen den Zylindern erwieß sich als zu schwach, es traten Schweißnahtrisse und Brüche auf. Die Verbindung wurde daraufhin bei vielen Lokomotiven verstärkt. Außerdem nahmen die Bahnbetriebswerke selbst Verstärkungen an besonders rißgefährdeten Stellen durch Aufschweißen von Laschen vor. Die Achslagerausschnitte waren aus dem Rahmen ausgebrannt worden und ohne ordentliche Nacharbeit (Glätten) wurden sofort die Achslagerführungen eingeschweißt, so daß häufig Risse von den Stoßfugen der Führungen ausgingen.
Auch der außergewöhnlich hohe Laufflächenverschleiß gab häufig Anlaß zu Beschwerden.

Der Vertrag für die Lieferung des zweiten Bauloses wurde zwischen dem 17.11.1955 und 26.3.1956 ausgehandelt. Er enthielt auch bereits viele Änderungen der Konstruktion, welche aus den Erfahrungen mit dem ersten Baulos notwendig wurden. 99 794 wurde noch im Oktober 1956 fertiggestellt und ebenfalls zur Trusetalbahn gebracht. Von Januar bis März 1957 wurden 99  787 bis 99 793 ausgeliefert. 99 788 bis 99 790 wurden der Lokeinsatzstelle Oberwiesenthal des Bw Annaberg-Buchholz zugeteilt, der Rest kam zum Bw Thum. Auf der Prignitzer Kreisbahn war die frühere U37 007 als 99 791 unterwegs, sie wurde in 99 4712 umgezeichnet. 99 776 und 99 781 waren nach ihrer Probefahrt noch 2 Monate nicht einsatzfähig um die aufgetretenen Mängel zu beseitigen.


99 787 aus dem zweiten Baulos hat den Bahnhof
Jonsdorf fast erreicht.
Lok
Fabriknr.
Abnahme
Probefahrt
Probefahrtstrecke
erster Einsatztag
erster Einsatzort
99 771
32010
12.08.52
19.08.52
Hainsberg - Kipsdorf
20.08.52
Hainsberg
99 772
32012
20.10.52
07.11.52
"
18.11.52
Oberwiesenthal
99 773
32011
13.12.52
20.12.52
"
22.12.52
Hainsberg
99 774
32013
13.12.52
22.12.52
"
23.12.52
"
99 775
32014
30.03.53
10.04.53
"
10.04.53
"
99 776
32015
30.03.53
09.04.53
"
08.06.53
"
99 777
32016
06.06.53
13.06.53
"
20.06.53
Thum
99 778
32017
06.06.53
12.06.53
"
19.06.53
"
99 779
32018
16.06.53
29.06.53
"
02.07.53
"
99 780
32019
16.06.53
30.06.53
"
14.07.53
"
12
32020
22.06.53
 
Bergwerksbahn Mansfeld
1953
Mansfeld
13
32021
25.07.53
 
Bergwerksbahn Mansfeld
1953
Mansfeld
99 781
32022
05.08.53
15.09.53
Hainsberg - Kipsdorf
08.10.53
Thum
99 782
32023
12.09.53
11.09.53
"
09.10.53
"
99 783
32024
27.11.53
05.12.53
"
15.12.53
"
99 784
32025
08.12.53
15.12.53
"
22.12.53
"
99 785
132024
23.10.54
04.11.54
"
13.12.54
"
99 786
132025
25.01.55
04.01.55
Wernshausen - Trusetal
01.55
Trusetal
99 787
132028
07.03.57
07.03.57
Thum - Meinersdorf
20.03.57
Thum
99 788
132029
20.03.57
19.03.57
Oberwiesenthal - Cranzahl
20.03.57
Oberwiesenthal
99 789
132030
19.02.57
19.02.57
"
19.02.57
"
99 790
132031
20.02.57
20.02.57
Cranzahl - Oberwiesenthal
20.02.57
"
99 791
132032
24.01.57
24.01.57
Hainsberg - Malter
19.02.57
Thum
99 792
132033
07.02.57
07.02.57
Hainsberg - Kipsdorf
08.02.57
"
99 793
132034
15.02.57
15.02.57
Hainsberg - Kipsdorf
19.02.57
"
99 794
132035
26.10.56
24.10.56
Wernshausen - Trusetal.
07.11.56
Trusetal
 

Betriebseinsatz bis zur Umzeichnung 1970:
Stationierung 1. Januar 1960
Cranzahl - Kurort Oberwiesenthal:

Auf der Fichtelbergbahn baute man bis 1957 einen Planbestand von acht Neubauloks auf, mit dem man die anfallenden Beförderungsleistungen problemlos abwickeln konnte. Nach dem Eintreffen von 99 788 bis 99 790 im Februar und März 1957 gelangte 99 772 zur Zwischenausbesserung ins Raw Görlitz und anschließend als Leihlok zum Mansfeld-Kombinat. Einen zehntägigen Kurzeinsatz absolvierte die Thumer 99 784 im August 1957 vor einer L0 im Raw Karl-Marx-Stadt. Danach kam sie als Lokhilfe zum Mansfeld-Kombinat. Durch die Abgabe der 99 780 am 8.Oktober 1957 nach Thum verringerte sich der Bestand auf sieben Maschinen. Doch schon Ende März 1958 benötigte man besonders viele Maschinen, es kamen aus Thum 99 779 und 99 793 sowie aus Zittau 99 759 für ca. zwei Wochen nach Oberwiesenthal. Nach ihrer Rückkehr aus dem Mansfelder Land gelangte 99 772 für vier Monate ins Erzgebirge, bevor sie am 24.Juni 1959 ins thüringische Trusetal gebracht wurde. In den folgenden Jahren herrschte ständig Bewegung in den Lokbeständen der Bw Thum und Annaberg-Buchholz. Vom 23.März bis 24.April 1959 weilte die Thumer 99 793 in Oberwiesenthal. Die Oberwiesenthaler "Stammlok" 99 774 kam am 15.April 1959 ins Raw Görlitz und danach zum Bw Thum. Erst am 14.Juni 1960 kehrte sie nun inzwischen aus Mansfeld wieder zur Fichtelbergbahn zurück. Auch in den sechziger Jahren war man fröhlich am Tauschen, so verließ 99 773 am 30.Juni 1960 Oberwiesenthal über das Raw Görlitz in Richtung Thum. Dafür erhielt man im März 1961 99 781, mußte aber am 31.Oktober 1961 99 771 nach Thum abfahren. Nun kam für einige Jahre Ruhe in den Bestand welcher aus den sechs Neubaulokomotiven 99 774, 99 775, 99 781, 99 788, 99 789 und 99 790 bestand. Erst mit der Bildung des Groß-Bw Aue und seinen Einsatzstellen Thum und Oberwiesenthal setzte das Tauschen erneut ein, da dies innerhalb einer Dienstelle problemlos möglich war. 99 775 mußte man vermutlich im März 1969 als erste VII K nach Radebeul Ost abgegeben. 99 780 erhielt man dafür am 21.Dezember 1968 von Thum. Bereits im Februar 1968 war 99 782 aus Thum gekommen, sie blieb bis 1984 auf der Fichtelbergbahn. 99 789 und 99 790 gingen im Dezember beziehungsweise April 1968 nach Thum, 99 790 erhielt man aber am 3.Oktober 1970 wieder zurück und setzte sie bis 31.Oktober 1976 ein. 99 774 verließ ihre Heimatdienstelle am 1.April 1970 in Richtung Thum, dafür erhielt man am 18.Juni die 99 773, so daß man am 1.Juli 1970 in Oberwiesenthal 99 773, 99 780, 99 781, 99 782 und 99 788 auf EDV-Nummern umzeichnen konnte. Durch dieses hin- und herschieben von Lokomotiven kann Oberwiesenthal als einzige sächsische Dienstelle von sich behaupten, alle Lokomotiven der Baureihe 99.77-79 beheimatet zu haben.



Thumer Netz:

Das Bw Thum setzte am 20.Juni 1953 seine ersten beiden Neubauloks  99 777 und 99 778 ein. Bis Weihnachten 1953 wurde der Bestand auf 10 Maschinen aufgestockt. Bereits am 8.Oktober 1956 kam 99 780 nach Oberwiesenthal, von wo sie am ersten Weihnachtsfeiertag 1957 zurückkehrte. Im März 1957 hatte man als Neuanlieferung 99 791 -99 793 erhalten. Am 7.März 1957 folgte noch 99 787, welche als einzige Neubaulok ihre Abnahmeprobefahrt im Thumer Netz zwischen Thum und Meinersdorf absolvierte. 99 784 gab man im August des Jahres 1957 nach Oberwiesenthal von wo sie zum Mansfeld-Kombinat weitergegeben wurde, und erst im März 1961 nach Thum zurückkehrte.

Bis Mitte des Jahres 1960 besaß man einen Bestand von 13 Neubauloks welcher mit dem Zugang der Oberwiesenthaler 99 773 am 1.September 1960 sogar noch anwuchs. Am 1.Januar 1961 erhielt man auch noch 99 771, mußte aber dafür 99 778 an das Mansfeld-Kombinat verleihen. Die Maschine kehrte fast genau zwei Jahre später am 6.Januar 1963 zurück, wodurch der Betriebspark auf 15 Loks anwuchs. Da täglich etwa 7 Lokomotiven auf dem Netz gebraucht wurden, schob man 99 783 und 99 784 im Oktober 1963 nach Freital-Hainsberg ab und konnte so das Betriebsergebnis wenigstens rechnerisch etwas verbessern. Mit der Auflösung des Bw Thum und Zugehörigkeit zum Bw Aue begannen die oben beschrieben Tauschaktionen mit Oberwiesenthal. Am 25.März 1968 löste 99 776 die Einheitslok 99 750 als Heizlok im Schaumstoffwerk Burkhardtsdorf ab. Im August 1969 gelangte sie nach Radebeul Ost. Mit der Streckenstillegung zwischen Thum und Schönfeld-Wiesa am 1.Januar 1968 taucht eine neue Einsatzstelle des Bw Aue auf. In Schönfeld-Wiesa mußten weiterhin zwei Loks vorgehalten werden um den Anschlußbetrieb zwischen dem Normalspurbahnhof und der Papierfabrik Schönfeld aufrecht zu erhalten. Durch die Streckenstillegung verringerte sich der Bestand der Einsatzstelle Thum bis 1969 auf acht Lokomotiven. 99 780, 99 782, 99 788 und 99 790 gingen zwischen 1967 und 1969 nach Oberwiesenthal. In Thum besaß man zum 1.Januar 1970 noch 99 771, 99 777, 99 779, 99 785, 99 787 und 99 789 bis 99 791. Dazu kamen noch 99 773 und 99 778 in Schönfeld-Wiesa sowie 99 792 welche auf ihrem Weg von Schönfeld-Wiesa nach Thum einen Zwischenstop im Raw Görlitz einlegte.


99 784 wahrscheinlich im Winter 1962/63 bei Venusberg-Spinnerei an der Strecke Thum - Wilischthal. Deutlich sichtbar sind die Führungen für das Heberleinseil am Schornstein, weniger deutlich auch noch der große Lüftungsaufsatz auf dem Führerhaus. Ebenfalls noch vorhanden sind die Tritteinpolterungen im Kohlenkasten.



Radebeul Ost - Radeburg:

In Radebeul Ost tauchte die erste Neubaulok im April 1969 auf. Es handelte sich um die Oberwiesenthaler 99 775. Nach einigen Monaten der Erprobung folgten im August bzw. September 99 776, welche zuletzt Heizlok in Burkhardtsdorf war, 99 793 aus Freital-Hainsberg sowie 99 772 und 99 786 von der stillgelegten Trusetalbahn. Die beiden letztgenannten Loks erhielten zuvor im Raw Görlitz die Saugluftbremse und als einzige ihrer Baureihe Sauger der Bauart Körting. Alle anderen Maschinen hatten solche der Bauart Hardy. Diesen fünf Loks folgte Anfang 1970 noch 99 783 aus Freital-Hainsberg. Durch die neuen Loks konnte die Gattung VI K, welche bisher den Maschinenpark in Radebeul Ost gebildet hatte, vollständig abgelöst werden. 99 703 absolvierte letzte planmäßige Fahrten im Oktober 1971. Seitdem hilft nur die Traditionslok 99 713 bei Ausfall der Neubaulok im Plandienst aus.


99 793 vor der Kulisse des Leuchtturms bei Moritzburg,
der im Auftrag Augusts des Starken errichtet wurde.

Wernshausen - Trusetal:

Die Schmalspurbahn zwischen Wernshausen und Herges-Vogtei (ab 1950 Trusetal) in Thüringen hatte nach dem Krieg dieselben Probleme bei der Bewältigung des angestiegenen Beförderungsaufkommen wie die sächsischen Strecken. Ursprünglich sollte dieses Problem nach Beschaffung der Neubaulok durch leichtere Maschinen aus Sachsen behoben werden, doch gelangte nur die 1934 in der Sowjetunion gebaute 99 4052 aus Wilischthal ins Trusetal. Sie konnte aufgrund ihrer geringen Reibungsmasse nicht überzeugen. Am 4.Januar 1955 erfolgte schließlich die erste Probefahrt mit 99 786. Da die Züge mit Druckluftbremse ausgerüstet waren erhielt die Lok die Druckluftbremse Bauart "Berliner Bremsenwerk" mit Zusatzbremse. Bereits im Mai 1955 erzielte sie mit 5082 km auf der nur neun Kilometer langen Strecke eine beachtliche Laufleistung. Dies änderte sich mit der Stationierung einer zweiten Neubaulok, 99 794 absolvierte ihre Probefahrt am 24.Oktober 1956. Im August 1959 mußte 99 786 aufgrund größerer Schäden zu einer außerplanmäßigen L0 ins Raw Görlitz. Deshalb erhielt man aus Oberwiesenthal 99 772 welche im Bw Erfurt G auf Druckluftbremse umgebaut wurde. Nach der Rückkehr von 99 786 am 11.Dezember 1959 behielt man die drei Neubauloks und konnte 99 4531 abstellen, sowie 99 4532 nach Rügen abgeben, von wo sie kurze Zeit später nach Zittau gelangte. 99 786 verließ am 29.Dezember 1968 die Strecke in Richtung Raw Görlitz. Ihr folgte am 2.Februar 1969 die 99 794 und nach dem Streckenrückbau auch 99 772 am 18.Mai 1969.




99 771 verläßt den Bahnhof Dippoldiswalde
 

99 789 zwischen Seifersdorf und Malter. An dieser Stelle
sollte ursprünglich eine Steinbogenbrücke errichtet werden

Freital-Hainsberg - Kurort Kipsdorf:

In Freital-Hainsberg fanden die Probefahrten sämtlicher Lokomotiven des ersten Baulos statt und so war es angesichts der vielen Probleme nicht verwunderlich, wenn man vorerst die neuen Maschinen gar nicht haben wollte. 99 771 und 99 773 bis 99 776 wurden jeweils für einige Wochen in Hainsberg stationiert, dann jedoch nach Oberwiesenthal und Thum abgegeben. Die oben bereits erwähnten Thumer 99 783 und 99 784 waren schließlich am 3. bzw. 10. Oktober 1963 die ersten Neubauloks welche für längere Zeit in Freital-Hainsberg stationiert werden sollten. Nun besaß man mit 11 Einheits- und 2 Neubauloks einen Überbestand, so daß man bis 1968 vier Einheitsloks abstellen konnte. Da die Reko-VI K des Bw Wilsdruff anfangs nicht wie erwartet gut liefen sondern einige Kinderkrankheiten zu beseitigen waren, erhielt das Bw Wilsdruff aus Thum die 99 779 (28.Juni 1966) und 99 778 (26.Oktober1966). Da die Güterzüge noch heberleingebremst waren mußten die Lokomotiven 99 778, 99 783 und 99 784 mit Seilrollen und Haspel ausgerüstet werden. Allerdings kamen im Jahr 1967 nur 99 783 und 99 784 zwischen Freital-Potschappel und Wilsdruff zum Einsatz. Im April 1967 fanden außerdem Versuchsfahrten mit 99 784 zwischen Freital-Potschappel und Wilsdruff durch.  Dabei wurden die Blattfedern der ersten Ausgleichsgruppe verändert, da es bei schlechter Gleislage zu völliger Entlastung der Achsen kommen konnte und somit dem Aufsteigen des Radsatzes und der Entgleisung nichts mehr im Wege stand. Die Versuche verliefen erfolgreich und die gewonnenen Erkenntnisse konnten auch auf die Reko-VI K übertragen werden, wodurch diese Baureihe voll einsatzfähig wurde. Damit ging auch der Einsatz Hainsberger Neubauloks auf der Wilsdruffer Strecke zu Ende. Am 17. Juni 1967 erhielt man aus Thum 99 793 und konnte nun die Einheitslok 99 739 abstellen, doch bereits im Juli 1967 verließ 99 778 Hainsberg in Richtung Oberwiesenthal. Am 25. September folgte auch noch 99 779 welche nach einer HU im Raw Görlitz zurück nach Thum gelangte. Wie oben bereits genannt erhielt man nach Stillegung der Trusetalbahn 99 772, 99 786 und 99 794, doch mußten 99 772 und 99 786 bereits nach wenigen Wochen nach Radebeul-Ost abgegeben werden. Ihnen folgte im Juni 1969 noch 99 793 und zum Jahreswechsel 1969/70 die 99 783. Damit besaß man mit 99 784 und 99 794 nur noch zwei Neubauloks. Am 5. August 1970 verlor man auch noch 99 784 an Radebeul.
 


99 777 hat Obercarsdorf verlassen und ist nun auf der am 1. Dezember
1924 eröffneten Neubaustrecke Richtung Schmiedeberg unterwegs.
 

99 783 überquert den Seitenarm der Talsperre Malter. Bis 1912 fuhr die Schmalspurbahn hier im Tal und durch den Ort Paulsdorf. Dann musste
sie wegen des Talsperrenbaues in Hanglage neu trassiert werden.

Werkloks des Mansfeld-Kombinats und Leihloks der DR:

Als der vorhandene Lokpark der Mansfelder Bergwerksbahn Anfang der fünfziger Jahre mit den gestellten Anforderungen überfordert war, bekam man aus der Lieferung der BR 99.77-79 für die Deutsche Reichsbahn die Fabriknummern 32020 und 32021 zugeteilt. Sie erhielten die Nummern 12 und 13 sowie die Namen "Patriot" und "Pionier". Die Loks wurden ab Werk mit Knorr-Einheitsbremse mit Zusatzbremse ausgerüstet. Als Kupplungsbauart kam die auf der bergwerksbahn übliche Balancierkupplung zum Einbau. Zur Beförderung von Rollwagen wurde unter Balancier-Kupplung noch eine Art Trichterkupplung angebracht. Zu diesem Zweck musste auch der Rahmen auf beiden Seiten um je 500 mm verlängert werden. Für die Eigenversorgung wurde eine 24 V / 0,5 kW Lichtmaschine hinter dem Schornstein angebaut. Lok Nr. 13 wurde in Helbra stationiert und für den Rollwagenverkehr im Spurwechselbahnhof Eisleben sowie dem Übergabeverkehr von August-Bebel- und Karl-Liebknecht-Hütte eingesetzt. Lok Nr. 13 fand ihr Zuhause in Klostermannsfeld und war für den Erzverkehr zwischen den Schachtanlagen und oben genannten Hütten zuständig. Da unter der starken Belastung auch im Mansfelder Land die Rahmenschäden gehäuft auftraten wollte man sogar die Neukonstruktion des Rahmen bewirken, doch war die Deutsche Reichsbahn nicht Willens, die Hälfte der Konstruktionskosten zu übernehmen, obwohl sie die 12 fache Anzahl an Maschinen besaß. Bereits am 7.Mai 1957 kam mit 99 772 die erste Reichsbahn-Neubaulok leihweise auf die Werkbahn. Sie fuhr bis November 1958. Die Thumer 99 774 kam am 22.November 1959, blieb aber nur bis zum 31. März 1960. Bereits seit dem 19.Oktober 1958 absolvierte die Oberwiesenthaler 99 784 ihren Hilfseinsatz, der noch bis zum 3.März 1961 dauern sollte. Allerdings befand sie sich von Juli 1959 bis Juni 1960 in Reparatur, zuerst in der Werkstatt Klostermannsfeld, dann im Bw Neuruppin. Auch die Thumer 99 778 durfte sich zwischen dem 15.April 1961 und dem 22.Juni 1962 vor schweren Erzzügen beweisen. Alle Lokomotiven erhielten nach dem Werkbahneinsatz eine Untersuchung im Raw Görlitz.


Umzeichnung 1970 bis 1992:  
99 771
99 1771-7
Thum
99 779
99 1779-0
Thum
99 787
99 1787-3
Thum
99 772
99 1772-5
Radebeul Ost
99 780
99 1780-8
Oberwiesenthal
99 788
99 1788-1
Oberwiesenthal
99 773
99 1773-3
Oberwiesenthal
99 781
99 1781-6
Oberwiesenthal
99 789
99 1789-9
Thum
99 774
99 1774-1
Schönfeld-Wiesa
99 782
99 1782-4
Oberwiesenthal
99 790
99 1790-7
Thum
99 775
99 1775-8
Radebeul Ost
99 783
99 1783-2
Radebeul Ost
99 791
99 1791-5
Thum
99 776
99 1776-6
Radebeul Ost
99 784
99 1784-0
Freital-Hainsberg
99 792
99 1792-3
Thum
99 777
99 1777-4
Thum
99 785
99 1785-7
Thum
99 793
99 1793-1
Radebeul Ost
99 778
99 1778-2
Raw Görlitz (für Thum)
99 786
99 1786-5
Radebeul Ost
99 794
99 1794-9
Freital-Hainsberg

Cranzahl - Kurort Oberwiesenthal:

In Oberwiesenthal erhielt man 99 774 am 15.Dezember 1970 für rund 8 Monate aus Schönfeld-Wiesa und mußte sie am 1.September 1971 wieder dorthin abgeben. Dies war ihr letzter Einsatz auf der Fichtelbergbahn vor der Ausmusterung. Am 27.Januar 1972 gelangte 99 772 aus Schönfeld-Wiesa nach Oberwiesenthal, doch mußte man am 1. Juli desselben Jahres 99 780 dorthin abgeben. 99 791 kam drei Monate später (28.September 1972) über das Raw Görlitz aus Thum, um diese Lücke zu schließen. Auch das Jahr 1973 verlief nicht ohne Bestandsverschiebungen, 99 773 mußte am 15. April ins Raw Görlitz und danach zum Bw Nossen (seit 1.Januar 1973 für Hainsberg und Radebeul zuständig), ihr folgte am 20. Mai 99 781. Am 15. Juli kam die Schönfelder Reservelok 99 780 wieder in ihre Heimat zurück, doch sie blieb nur bis zum 31. Mai des nächsten Jahres um über das Raw Görlitz nach Thum abgegeben zu werden. Dafür kam von dort 99 785 auf die Fichtelbergbahn. Im November 1974 tauschte man 99 788 gegen 99 775 aus Radebeul. Aufgrund der Einstellung des Reiseverkehrs zwischen Thum und Meinersdorf am 28. September 1974 wurden dort weitere Maschinen überflüssig und so gelangten 99 779 am 17.März 1975, 99 777 am 9.Mai 1975 und 99 771 am 22.Dezember 1975 nach Oberwiesenthal. In späteren Jahren wurden immer wieder Lokomotiven mit der Est. Schönfeld-Wiesa getauscht. Am 1. Januar 1976 waren in Oberwiesenthal 99 771, 99 777, 99 779, 99 782, 99 785, 99 790 und 99 791 beheimatet. Im Laufe des Jahres kamen 99 775 (am 2.August) aus Schönfeld, sie war seit 16. September 1975 dort im Einsatz, sowie 99 778 am 26.November aus dem Raw Görlitz. Kurzeitige Einsätze über den Jahreswechsel 1977/78 absolvierten die 99 780 aus Schönfeld-Wiesa und 99 788 aus Hainsberg. 1979 tauschte man 99 778 (am 28.August nach Schönfeld-Wiesa) gegen 99 785. 99 782 folgte der 99 778 genau ein Jahr und einen Tag später. Anfang der achtziger Jahre kam Ruhe in den Bestand, nur 99 775 kam vom 28. September bis zum 30. November 1981 beim Bw Nossen zum Einsatz. 99 790 wechselte in den Jahren 1983 bis 1989 immerhin siebenmal die Dienststelle. Sie war in Nossen, Oberwiesenthal und Schönfeld-Wiesa im Einsatz. 99 791 wurde am 13.November 1983 ins Raw Görlitz überführt und kam danach zur Est. Freital-Hainsberg. Von dort kehrte sie am 2.April 1986 für zwei Jahre nach Oberwiesenthal zurück, danach leistete sie bis zum 8. Dezember 1988 Lokhilfe in Zittau. 1985 bis 1990 folgten wieder viele Tauschaktionen mit dem Bw Nossen. Wegen akuten Ersatzteilmangels war 99 791 1989 zeitweise mit der Achsfolge 1'1D1' unterwegs. Ersatzteilmangel und Ablauf der Fristen führten dazu, daß zwischen dem 2. und 6.September 1990 keine einzige Neubaulok in Oberwiesenthal mehr betriebsfähig war und für den Zugdienst nur die IV K 99 608 und die Einheitslok 99 734 zur Verfügung standen.


Thumer Netz:

Das Thumer Netz, seit dem 15. August 1967 wurden nur noch die Strecken nach Meinersdorf und Wilischthal befahren, konnte Ende der sechziger Jahre noch beachtliche Laufleistungen für seine Lokomotiven nachweisen. 99 771 fuhr im Oktober 1969 beachtliche 5733 km. 99 790 gelangte am 19.Juli 1970 nach Oberwiesenthal. Am 28.Mai 1972 erfolgte die Stillegung der Wilischthalbahn zwischen Thum und Wilischthal. 99 778 hatte die Ehre den letzten Personenzug zu befördern. Am 15.November 1972 wurde schließlich mit 99 792 die erste Neubaulok vor einer fälligen Untersuchung abgestellt. Am 31.Mai 1973 verkaufte man sie für 13.000 Mark an die Schuhfabrik "Panther" in Ehrenfriedersdorf, wohin sie nur noch auf der Straße gelangen konnte. Im November 1976 kam sie ebenfalls per Culemeyer-Transport zur ESDA-Strumpffabrik in Auerbach/Erzgeb. Vom 6. bis 10.Mai 1985 wurde sie an Ort und Stelle zerlegt. Am 1. Januar 1973 waren mit 99 774, 99 777, 99 778, 99 785 und 99 787 noch 5 Lokomotiven bei der Einsatzstelle Thum beschäftigt. Seit dem 1.Januar 1974 existiert die Einsatzstelle Thum nicht mehr. Am 28.September 1974 verkehrte der letzte Personenzug zwischen Thum und Meinersdorf. Die meisten Loks wurden an die neue Einsatzstelle Schönfeld-Wiesa abgegeben, von wo sie oft nach kurzer Einsatzzeit weiter gereicht wurden. 99 785 wurde am 26. Februar 1974 nach Oberwiesenthal abgegeben und am 3. November kam 99 787 nach Freital-Hainsberg, so daß nur noch 99 774, 99 778 und 99 780 in Thum beheimatet waren. Am 1. März 1975 wechselte 99 780 nach Schönfeld-Wiesa, 99 778 folgte ihr am 16. desselben Monats. 99 774 war die letzte Lok im Thumer Netz außerhalb der Schönfelder Anschlußbahn. Sie wurde nach Beförderung des Abbauzuges am 6. Dezember 1976 in Meinersdorf abgestellt und aufgrund von Rahmenschäden ausgemustert. Der Betrieb auf der Anschlußbahn der Papierfabrik Schönfeld-Wiesa lief noch bis zum 15. April 1985. Dabei kamen immer wieder andere Loks zum Einsatz, welche meist mit Oberwiesenthal getauscht wurden. 99 771 beförderte schließlich die letzten Übergaben im April 1985 und wurde danach zur Fichtelbergbahn umgesetzt.


Radebeul Ost - Radeburg:
 


99 775 hat den Brechpunkt der Strecke Radebeul Ost - Radeburg erreicht
und überquert den Damm über die Dippelsdorfer Teiche bei Friedewald

99 779 zwischen Moritzburg und Cunnertswalde

In Radebeul besaß man 1970 mit sechs einsatzbereiten Neubauloks genügend Maschinen um den Bedarf von zwei bis drei Loks am Tag abzudecken. Trotzdem erhielt man aus Freital-Hainsberg am 14. Oktober 1970 99 784 zugeteilt. 99 783 kam in den Jahren 1971/72 bedarfsweise in Hainsberg zum Einsatz und 99 776 wurde am 18.April 1971 dorthin abgegeben. Dafür erhielt man am13.Oktober 1971 99 794. Erst 1973 gab es wieder Veränderungen im Bestand, man erhielt am 15. August 99 781 und besaß für ein Jahr den sehr hohen Bestand von acht Lokomotiven (99 772, 99 775, 99 781, 99 783, 99 784, 99 786, 99 793, 99 794). Am 29.August 1974 mußte man 99 775 nach Oberwiesenthal abgeben, da dort wieder einmal Lokmangel herrschte. Bis 1979 änderte sich am Bestand fast nichts mehr, es kam nur zu einem Kurzeinsatz der 99 794 in Hainsberg vom 28.November bis zum 15.Januar 1975. Die Hainsberger 99 773 blieb zwischen zwei Untersuchungen im Zeitraum vom 16.Mai 1976 bis zum 27.März 1979 in Radebeul. Nachdem man am 20. August 1979 die Hainsberger 99 787 erhalten hatte, mußte man 99 786 (30.November 1979), 99 783 (14.Februar 1980) und 99 784 (22.Februar 1981) dorthin abgeben. Dafür erhielt man aber noch im Sommer 1980 99 773 und zwei Jahre später 99 788, so daß wieder sechs Loks zur Verfügung standen. 99 773 mußte am 20.Januar 1983 Radebeul wieder in Richtung Hainsberg verlassen. Zur 100-Jahr-Feier verlieh man 1983 99 787 zur Weißeritztalbahn, erhielt aber dafür leihweise 99 790 aus Oberwiesenthal. Nach 1985 kam es häufig zu kurzzeitigen Wechseln zwischen Radebeul und Freital-Hainsberg. Oft erfolgte der Tausch nach Aufenthalten im Ausbesserungswerk. Ende der achtziger Jahre hoffte man, nach Stillegung der Zittauer Strecke mit den dort frei werdenden Einheitsloks einige Neubauloks mit besonders schlechtem Gesamtzustand ablösen zu können. In Radebeul war 99 778 seit dem 24. April 1988 abgestellt, 99 779 folgte ihr am 1.November desselben Jahres. Am 4. April 1990 mußte auch noch 99 786 abgestellt werden, so daß nur noch 99 786, 99 787 und 99 793 betriebsfähig waren.


Freital-Hainsberg - Kurort Kipsdorf:
 


99 777 rangiert im Bahnhof Kipsdorf. Die Kohlen sind für die
Heizung von Stellwerk und Empfangsgebäude bestimmt.

99 789 hat soeben den früheren Standpunkt des Einfahrsignals
von Rabenau passiert und überquert nun die Weißeritz.

In Freital-Hainsberg erhielt man am 31.Juni 1971 aus Radebeul 99 776, mußte aber am 15.Juli 99 794 ins Raw Görlitz schicken, von wo sie nach Radebeul gelangte,so daß man in Hainsberg nur noch eine Neubaulok einsetzte. Am 1. Juli 1972 erhielt man 99 772 für knapp ein Jahr aus Radebeul und am 28.November kam noch 99 789 aus Schönfeld-Wiesa. Mit der Abgabe bzw. Ausmusterung dreier Einheitsloks mußte Ersatz in Form von Neubauloks beschafft werden. Am 19. Juni 1973  kam 99 773 aus Oberwiesenthal. Zwei Tage vor Weihnachten 1974 folgte 99 787 aus Thum und am ersten Weihnachtsfeiertag auch noch 99 788 aus Oberwiesenthal. Bereits am 16. Januar 1975 traf auch noch die Radebeuler 99 794 in Freital-Hainsberg ein. Bis zur Abgabe der 99 787 am 6. September 1979 nach Radebeul blieb der Bestand konstant, am 12.Dezember erhielt man dafür 99 786 aus Radebeul. In den achtziger Jahren erfolgten die Tauschaktionen mit der Est. Radebeul Ost. Am 12.Oktober 1988 wurde 99 775 abgestellt, und kehrte erst 1992 in den Betriebsdienst zurück. Der Umbau auf Druckluftbremse erfolgte bei 99 777, 99 780, 99 783 und 99 789 im August 1990. Das Jahr 1990 war aber auch von Bestandsverschiebungen geprägt, so erhielt man am 18. Januar für 2 Monate 99 785 aus Zittau und gab sie am 27 März nach Oberwiesenthal weiter, dafür erhielt man am nächsten Tag 99 794 aus Radebeul Ost. 2 Tage später traf die bereits 1985 abgegebene 99 789 aus Oberwiesenthal ein. 99 790 mußte am 23.April ins Raw Görlitz und gelangte danach zur Est. Radebeul-Ost. 99 793 gab nur ein knapp zweimonatiges Gastspiel vom 27.April bis zum 10.Juni. 99 777 erhielt man am 20.Juni aus Oberwiesenthal, dafür gab man am 5.Juli 99 771 dorthin ab. 99 787 kam als letzter Neuzugang des Jahres am 4. August aus Radebeul Ost.


Zittau - Oybin / Jonsdorf:
 


99 787 hat mit einer sehr sehenswerten Garnitur das Einfahr-
signal des Bf. Zittau Süd (bis 1950 Zittau-Schießhaus) erreicht.

99 787 stößt beim Verlassen des Bf. Bertsdorf dichte Ölrauchschwaden
aus, da die Strecke bis Jonsdorf auf knapp 4 km Länge um 114 m ansteigt.
Dies entspricht einer durchschnittlichen Steigung von 28,5 Promille.

In Zittau tauchte die erste Neubaulok erst am 11.Dezember1986 auf, es handelte sich um die 99 786 des Bw Nossen, welche bis zum 31.Januar 1987 Lokhilfe leistete. Für reichlich drei Monate kam 99 780 zu demselben Zweck am 15. April 1988, nur fünf Tage später traf aus Oberwiesenthal 99 791 ein und blieb bis zum 15. August. Die Nossener 99 776 blieb vom 27.November 1988 bis zum 30.Juni 1990. Unterstützung erhielt sie zeitweise von der Oberwiesenthaler 99 785 (20.Dezember 1989-17.Januar 1990).


Putbus - Göhren:

Nach Erprobung der Einheitslok 99 735 auf der Rügener Strecke zwischen Putbus und Göhren im Jahr 1977 kam es nicht zu einem planmäßigen Einsatz dieser Baureihe. Stattdessen erhielt die Hainsberger 99 784 im Sommer 1983 die Druckluftbremse Knorr anstelle der Saugluftbremse und der große Turbogenerator wurde durch die kleine 0,5 kW-Lichtmaschine ersetzt. Auch die Kupplung wurde auf Balancier-Bauart mit Mittelpuffer und seitlichen Kuppeleisen umgestellt. 99 784 gilt als nicht besonders gelungenes Exemplar ihrer Baureihe, ihre Abstelltage überwogen meist deutlich gegenüber den Einsatztagen. Auf der Insel Rügen wurde sie in der Sommersaison allerdings dringend gebraucht, im August 1983 legte sie stolze 6552 km zurück. Ab Juli 1984 erhielt sie Unterstützung durch die Oberwiesenthaler 99 782. Allerdings zeichnete sich 99 784 auch auf der Insel durch lange Standzeiten aus. Im Sommer 1991 kam die 99 791 des Bw Nossen, kehrte aber am 17.September desselben Jahres über das Raw Görlitz nach Sachsen zurück.  


Neubau 1991 bis 1993:

Anfang der achtziger Jahre traten an den Neubauloks immer häufiger Schäden durch Materialermüdung auf. Besonders oft galt es, Rahmenrisse zu schweißen und Verwindungen durch Achslagerführungen und -gleitplatten auszugleichen. Auch die Zylinderpaßschrauben wurden häufig lose oder rissen ab. Dies wurde auf die Auszehrung der Rahmenbohrungen zurückgeführt. Starke Abnutzung der Spurkränze führte 1989 zu Versuchen mit lasergehärteten Spurkränzen, was aber nach kurzer Zeit zu Rissen in den Laufflächen führte und deshalb abgebrochen wurde. Ende der achtziger Jahre entstanden in der DDR Pläne, die Schmalspurbahnen mit Rumänischen Dieselloks auszurüsten. Auch sollten die von der stillzulegenden Zittauer Strecke freiwerdenden Altbauloks einige Neubauloks mit Feuerbüchsschäden ersetzten. Beide Pläne zerschlugen sich mit der politischen Wende 1989/90, da aber noch Güterverkehr bestand und die Zahlen im Personenverkehr wieder anstiegen entschied man sich, alle Neubauloks mit neuen Kesseln auszurüsten. Die Kessel wurden im Raw Meiningen nach Zeichnungen des zweiten Baulos gebaut, enthielten aber einige kleine Änderungen. So wurden z.B. die Queranker mit Untersätzen versehen und nicht mehr direkt in die Stehkesselrundung eingeschweißt. Erst während des Kesselneubaus fiel die Entscheidung, auch neue Rahmen herzustellen. Diese wurden ebenfalls nach den alten Zeichnungen gefertigt, allerdings wurden die Schweißnähte in bedeutend besserer Qualität ausgeführt, so daß man auf eine noch lange Einsatzzeit hoffen darf. 99 793 erhielt neu konstruierte Achsgabelstege ohne Innenklauen. Sie kamen ohne die vorher benötigten acht Paßflächen aus und mußten bei Verformung des Rahmens nur festgezogen werden um wieder an den Führungsflächen anzuliegen. Insgesamt wurden schließlich doch nur 14 Lokomotiven neu gebaut, da doch abzusehen war, daß der Bedarf an Schmalspurloks deutlich zurückgehen würde. Von den alten Loks wurden in den meisten Fällen Führerhaus, Radsätze und zum Teil Vorratsbehälter wieder verwendet. Von der alten 99 779 blieb fast nichts übrig, auch Führerhaus und Radsätze wurden verschrottet.
 

Loknr.
Kesselnr.
Rahmennr.
Abnahme
Strecke
vorher
Strecke
nachher
99 782
1460
1
04.09.91
Putbus
Putbus
99 772
1461
2
16.09.91
Oberwiesenthal
Oberwiesenthal
99 773
1462
3
31.10.91
Oberwiesenthal
Oberwiesenthal
99 779
1463
4
29.10.91
Radebeul Ost
Radebeul Ost
99 775
1464
5
16.01.92
Freital-Hainsberg
Radebeul Ost
99 778
1465
6
04.02.92
Radebeul Ost
Oberwiesenthal
99 793
1471
7
20.05.92
Radebeul Ost
Radebeul Ost
99 771
1472
8
30.05.92
Oberwiesenthal
Freital-Hainsberg
99 794
1473
9
17.07.92
Radebeul Ost
Oberwiesenthal
99 788
1474
10
21.09.92
Oberwiesenthal
Radebeul Ost
99 777
1475
11
01.10.92
Freital-Hainsberg
Freital-Hainsberg
99 785
1476
12
15.10.92
Oberwiesenthal
Oberwiesenthal
99 789
1477
13
10.11.92
Freital-Hainsberg
Freital-Hainsberg
99 787
1478
14
13.03.93
Oberwiesenthal
Zittau

99 793 im verschneiten Haltepunkt Lößnitzgrund
mit seiner sächsischen Wartehalle.

Im Oktober 1992 erhielt die Rügener 99 784 den Originalkessel
aus der neugebauten 99 777.

99 776, 99 780, 99 781, 99 783, 99 784, 99 786, 99 790 und
99 791 wurden nicht neu gebaut und sind bis auf 99 783, 99 784 und 99 786 abgestellt.


1990 - heute:  
Aufgrund der vielen Versetzungen und Bestandsverschiebungen soll nach 1990 das Schicksal jeder einzelnen Lokomotive betrachtet werden und die Aufteilung nach Strecken aufgegeben werden.

Umzeichnung 1992:
 

99 1771-7
099 736-1
Oberwiesenthal (z)
99 1778-2
099 742-9
Raw Görlitz
99 1784-0
099 748-6
Putbus
99 1790-7
099 754-4
Radebeul Ost
99 1772-5
099 737-9
Oberwiesenthal
99 1779-0
099 743-7
Radebeul Ost
99 1785-7
099 749-4
Oberwiesenthal
99 1791-5
099 755-1
Oberwiesenthal
99 1773-3
099 738-7
Oberwiesenthal
99 1780-8
099 744-5
Freital-Hainsberg
99 1786-5
099 750-2
Oberwiesenthal
99 1793-1
099 756-9
Radebeul Ost
99 1775-8
099 739-5
Raw Görlitz
99 1781-6
099 745-2
Radebeul Ost
99 1787-3
099 751-0
Freital-Hainsberg
99 1794-9
099 757-7
Radebeul Ost
99 1776-6
099 740-3
Oberwiesenthal
99 1782-4
099 746-0
Putbus
99 1788-1
099 752-8
Oberwiesenthal      
99 1777-4
099 741-1
Freital-Hainsberg
99 1783-2
099 747-8
Freital-Hainsberg
99 1789-9
099 753-6
Freital-Hainsberg      

 

99 771 wurde am 6.Juli 1990 von Freital-Hainsberg nach Oberwiesenthal abgeschoben, doch war ihr Zustand nicht mehr der Beste, so daß sie bald abgestellt wurde und nach ihrem Neubau zum 25.Mai 1992 nach Hainsberg zurückkehrte. Nach der Hochwasserkatastrophe war die Lok in Hainsberg arbeitslos abgestellt. Am 16.Dezember 2002 erfolgte der Transport nach Oberwiesenthal, wo die Lok über mehrere Wochen bei der BVO aushalf. Am 14.5.03 erfolgte der Transport nach Rügen wo das Jubileum 50 Jahre Einheitslok vom 29.5. bis 1.6.03 nachgefeiert wurde. Am 12.6.03 erreichte die Maschine Radebeul um bis auf weiteres 99 777, 99 789 und 99 793 im Plandienst zu unterstützen. Ihre Frist lief am 14.3.2004 ab. Bisher ist über eine Aufarbeitung nicht entschieden. 99 772 war seit dem 13.Dezember 1987 in Oberwiesenthal und nach ihrem Neubau im Raw Görlitz vom 5.April bis 16.September 1991 wurde sie wieder hier stationiert. Heute befindet sie sich bei der BVO Fichtelbergbahn im regulären Zugdienst und erhält im Herbst 2001 eine HU in Meiningen. Auch 2007 ist die Lok noch betriebsfähig auf der Fichtelbergbahn unterwegs. 99 773 ging es ähnlich, sie befindet sich seit dem 14.Februar 1984 in Oberwiesenthal und wurde nach ihrem Neubau vom 26.September bis 31.Oktober 1991 ebenfalls wieder dorthin gebracht und bis heute in Betrieb. 99 775 gehörte vor ihrem Neubau zur Est. Freital-Hainsberg, doch erhielt sie bei ihrem Raw-Aufenthalt vom 29.August 1991 bis zum 16.Januar 1992 keine Druckluftbremse und ist seitdem in Radebeul Ost beheimatet. Ihre letzte HU erhielt sie zum 30.Mai 2000. Später stand die Maschine mangels Bedarf abgestellt in Est. Radebeul. Sie hat noch keine Druckluftbremse erhalten. Allerdings wurde ihre Radsatzgruppe im Winter 2003/2004 in Meiningen aufgearbeitet. 2005 erfolgte die betriebsfähige Aufarbeitung der kompletten Lok mit Umbau auf Druckluftbremse, seitdem ist die Lok in Radebeul im Zugdienst. Die bis Juni 1990 in Zittau eingesetzte 99 776 wurde nach einem kurzen Gastspiel in Radebeul am 14.Januar 1991 nach Oberwiesenthal umstationiert. Vom 25.Februar 1992 bis 23.Juli 1992 folgte ein kurzer Leiheinsatz in Freital-Hainsberg, bevor es ein letztes Mal auf Wanderschaft zurück nach Oberwiesenthal ging. Sie befand sich damals in einem allgemein schlechten


099 739-5 hat gleich den Bahnhof Friedewald
(Kr. Dresden) Bad erreicht. Die Lok hieß bis 1992
99 1775-8 und der Bahnhof bis 1940 Dippelsdorf.

Zustand, nach einer Zwischenuntersuchung traten bald wieder mehrere Rahmenrisse auf und seit 17.Juli 1994 ist sie in Oberwiesenthal abgestellt und wird als Ersatzteilspender genutzt. 99 777 wurde nach 15-jähriger Dienstzeit auf der Fichtelbergbahn am 10.April 1990 nach Freital-Hainsberg umbeheimatet. Nach einer Neubereifung im DLW Meiningen absolvierte die Lok am 22. November 2002 ihren ersten Einsatz auf der Radebeuler Strecke, wo sie vorerst bleiben wird. Mittlerweile steht die Lok mit abgelaufener Frist in Radebeul abgestellt (letzte HU Mei. 5.10.2000). Die seit dem 12.August 1986 in Radebeul beheimatete 99 778 wurde nach ihrem Neuaufbau ab dem 4.Februar 1992 für 5 Monate der Est. Oberwiesenthal zugewiesen, doch besitzt sie Saugluftbremse und deshalb erfolgte die Rückgabe nach Radebeul am 17.Juli 1992. Als Ersatz für die abgestellte Bauzuglok 99 586, wurde sie nochmals ab dem 12.April 1993 in Oberwiesenthal stationiert, doch bereits am 11.Januar 1994 kehrte sie nach Radebeul zurück. Zum 12.September 2000 erhielt sie ihre vorerst letzte HU in Meiningen. Sie steht heute ebenfalls mangels Bedarf in der Est. Radebeul abgestellt. Die Lok besitzt noch Saugluftbremse.
99 779 befindet sich seit dem 30.April 1987 in Radebeul Ost. Sie wird auch die letzte betriebsfähige Neubaulok mit Saugluftbremse sein, ihre Fristen laufen am 6. Februar 2004 ab. Am 13.9.2003 war die Lok noch einmal vor Güterzügen unterwegs - auf der Preßnitztalbahn im Erzgebirge, wo sie die erste Vetreterin ihrer Gattung war. Weitere Einsätze erfolgten am Wochendende 3.-5.Oktober 2003. Danach transportierte man die Lok nach Radebeul zurück, wo ihrer letzter Auftritt am 16. und 17. November im Rahmen einer Abschiedsveranstaltung für die Saugluftbremse sein soll. Mit Erreichen des Kilometergrenzwertes erfolgt die Abstellung mit ungewisser Zukunft. Sie steht mit 99 777 und 99 778 in Radebeul Ost. 99 780, welche seit dem 15.Oktober 1988 der Est. Freital-Hainsberg gehörte, musste vom 29.September bis 21.Dezember 1992 und vom 16.Februar bis 14.Juni 1993 in Oberwiesenthal aushelfen, bevor sie nach Hainsberg zurückkehrte und am 15.September 1993 mit einem Kesselriß ihr Leben aushauchte. Sie steht heute in desolatem Zustand neben dem Heizhaus der Est. Hainsberg. 99 781 gehörte seit 1986 zum Inventar der Fichtelbergbahn. Sie erhielt aber keine Druckluftbremse und wurde deshalb am 12.November 1991 nach Radebeul umgesetzt. Am 20.November 1992 erfolgte die Aufnahme in den z-Park und bereits im Dezember kam die Lok als Dauerleihgabe der DR ins Verkehrsmuseum Nürnberg. Im Jahr 2005 suchte das Verkehrsmuseum vergeblich einen Käufer für die Maschine. Später wurde dieser in der IG Pressnitztalbahn gefunden welche die Lok äußerlich aufgearbeitet in ihrer neuen Wagenhalle präsentiert. Die Rügener 99 782 war die erste VIIK neu welche im Raw Görlitz neu gebaut wurde. Sie wurde am 31.Juli 1991 fertiggestellt. 

Sie gehört heute wie 99 784 der RÜKB. 99 783 wurde im April 1988 von Radebeul Ost nach Freital-Hainsberg umgesetzt. Ende des Jahres 1998 wurde sie in Hainsberg abgestellt und nach erfolgter HU im AW Meiningen an die RÜKB verkauft. Nach ihrer Rückkehr aus Zittau im Januar 1990 blieb 99 785 bis heute in Oberwiesenthal und gehört der BVO. Mittlerweile ist die Maschine aber nicht betriebsfähig abgestellt. 99 786 gehörte in den achtziger Jahren der Est. Hainsberg. Vom 25.Juli 1986 bis zum 1.Februar 1987 leistete sie Aushilfe in Zittau und am 18.Januar 1989 wurde sie nach Radebeul umstationiert. Dort blieb sie bis zum 21.August 1991, dann wurde Oberwiesenthal ihre neue Heimat, die sie bis heute nicht mehr verlassen hat. Nach einer HU bis Januar 2003 steht einem Einsatz bis 2006 nichts im Wege. Nach Frsitverlängerung ist die Lok auch 2007 im Einsatz bei der Fichtelbergbahn. 99 787 wurde im September 1988 von Oberwiesenthal nach Radebeul Ost umbeheimatet. Doch bereits im Juni 1990 wurde Freital-Hainsberg ihre neue Heimat. Hier blieb sie bis zum 25.Februar 1992 um dann für genau 5 Monate in Oberwiesenthal auszuhelfen. Heute ist sie in Zittau zuhause, wo sie als einzige Neubaulok mit Ölfeuerung unterwegs war. Mit Fristablauf im Februar 2001 wurde sie abgestellt. Am 19.Februar 2003 wurde die Maschine zur Hauptuntersuchung nach Bendorf gebracht, wo sie auch wieder auf Kohlefeuerung zurückgebaut wurde, da die Betriebserlaubnis für Ölfeuerung abgelaufen ist. Die Hauptuntersuchung konnte mit der Lastprobefahrt am 21.1.05 abgeschlossen werden. 99 788 ist seit 1988 viermal zwischen Oberwiesenthal und Radebeul Ost hin und her gewechselt. Schließlich wurde sie im September 1992 ein letztes Mal von der Fichtelbergbahn nach Radebeul geschickt,


99 790 ist als Ausstellungstück in Freital-Hainsberg äußerlich aufgearbeitet worden. Die Lok steht mit der Rauchkammer in Richtung Freital-Potschappel, was in normalen Betriebssituationen nie vorkam, aber aus gestalterischen Gründen so entschieden wurde.

wo sie bis zum 20.Juli 2001 im Plandienst stand. Nach der Rückkehr aus dem Raw Meiningen am 2.September 2000 wurde die Maschine konserviert abgestellt, da die Mittel für ihren Betrieb und die Unterhaltung von DB Regio "eingespart" wurden! Am 20.Oktober musste die Lok allerdings wieder in Betrieb genommen werden, da nur noch 99 775 und 99 779 betriebsfähig waren und Schienenersatzverkehr drohte. Am 20.7.01 erfolgte nach der Leistung RB 27801 die völlig überstürzte Abstellung der Maschine nachdem bei der BRG die Nachricht einging, daß die Lok von DB Regio an die Öchsle-Bahngesellschaft verkauft wurde. Der Abtransport verzögerte sich noch bis zum 2. August, bei der Verladung entgleiste die Maschine außerdem und die Bahnräumer wurden beschädigt. In Baden-Württemberg wurden noch vor der ersten Probefahrt die alten Reichsbahnlampen gegen Bundesbahnlampen getauscht sowie die Lok mit der fiktiven Nummer 99 1773 ausgerüstet. Inzwischen wurde die Maschine durch einen Druckluftbehälter unter der Rauchkammer optisch stark zu ihrem Nachteil verändert und auf den Namen "Berta" getauft. Zu einem ersten Einsatz kommt es vermutlich im Jahr 2003. Durch den Verkauf ist der Umbau des Radebeuler Fahrzeugparkes auf Druckluftbremse dringend notwendig geworden. 99 789 kam am 14.Januar 1990 von Radebeul nach Hainsberg. Auch bei dieser Maschine kursierten Gerüchte über einen Verkauf seitens DB Regio. Bis Dezember 2001 erhielt die Lok im DLW Meiningen eine Hauptuntersuchung und wurde danach zur Einsatzstelle Radebeul Ost umstationiert, wo sie 99 788 ersetzt. Da sie Druckluftbremse besitzt, wurden auch mehrere Wagen von Hainsberg nach Radebeul umgesetzt. Der erste Einsatz erfolgte am 29.Januar 2002. Im August 2002 weilt die Lok schon wieder in Meiningen, diesmal zur Neubereifung. Nach Fristablauf Ende 2005 wurde die Maschine zur Befundung nach Oberwiesenthal gebracht wo über eine erneute Hauptuntersuchung entschieden werden soll, das Fahrwerk ist stark verschlissen. 99 790 wurde am 19.Mai 1990 von Freital-Hainsberg nach Radebeul umgesetzt. Dort beförderte sie am 31.Mai 1991 den letzten Güterzug nach Radeburg. Am 10. April 1994 wurde sie mit Fristablauf abgestellt. Dann stand sie bis Juli 1999 abgestellt neben dem Heizhaus Freital-Hainsberg. Durch Hainsberger Personal wurde sie während der Streckenbauarbeiten wieder komplettiert und äußerlich in einen hervoragenden Zustand versetzt und schmückt heute mit einem kleinen Güterzug das Bahnhofsgelände. 99 791 beförderte am 25.September 1991 den ersten druckluftgebremsten Zug nach Oberwiesenthal. Allerdings war die Lok in einem relativ schlechten Gesamtzustand, so daß sie bereits am 2. Oktober des Jahres als Reservelok abgestellt wurde. Daraufhin erhielt sie zum Jahresanfang 1992 eine L5, bevor am 8.Dezember 1992 die Kesselfrist ablief. Daraufhin kam die Maschine im Januar 1993 nach Radebeul, wo sich der Traditionsbahnverein um eine Übernahme bemühte, welche allerdings erst im Juni 2000! gelang. 99 793 gehörte seit 1969 zur Est. Radebeul und wurde am 24.Januar 1990 für knapp 5 Monate nach Hainsberg verliehen. Am 9.Mai 1993 wurde sie nach Zittau gebracht, um dort die letzten saugluftgebremsten Züge zu fahren, ihre Rückführung nach Radebeul erfolgte am 15.März 1994, wo sie auch heute noch unterwegs ist. Nach einer Hauptuntersuchung mit Umbau auf Druckluftbremse ist die Lok seit dem 30. Juli 2002 wieder in Radebeul im Einsatz. Im November 2003 ist der Zustand ihres Laufwerkes allerdings nicht mehr der Beste, so daß sie nur im Notfall eingesetzt wird. 99 794 gehörte vor 1989 ebenfalls zur Einsatzstelle Radebeul, dann kam sie im April 1989 für ca. ein Jahr nach Hainsberg. Ihre weitere Einsatzzeit in Radebeul dauerte bis zum 9.April 1992 dann kam sie, inzwischen mit Druckluftbremse ausgerüstet, nach Oberwiesenthal, wo sie heute für die BVO Züge befördert.
Mit Übernahme der Betriebsführung durch die Mitteldeutsche Bahnreinigungsgesellschaft auf den Strecken Radebeul - Radeburg sowie Hainsberg - Kipsdorf, wurden die dort stationierten Neubauloks an die BRG vermietet. Im Jahr 2003 wurden 99 777 und 99 793 mit neuen elektronischen Tachos ausgerüstet, welche auch mit Fahrtenschreiber versehen sind. Diese Maßnahme wurde durch häufige Geschwindigkeitsübertretungen notwendig. Weitere Loks sollen nachgerüstet werden.


Technische Veränderungen:

Zwischen 1963 und 1965 erhielten alle Lokomotiven Trofimowschieber. Zur selben Zeit erfolgte auch der Einbau der Radreifenschmiervorrichtung Bauart "Heyder". Die Spurkränze der 2. und 4. Kuppelachse wurden um 10 mm geschwächt, nachdem Kurvenlauf und Spurkranzverschleiß sehr auffällig waren. Ab 1971 wurden die Zylindersicherheitsventile ausgebaut. Der Schlammsammler am Kesselbauch wurde zwischen 1965 und 67 ausgebaut, nachdem die innere Kesselwasseraufbereitung eingeführt wurde.

weiteres siehe "technische Details"
Umbau auf Ölfeuerung bei 99 787:

Der Umbau auf Ölfeuerung ist bereits bei den Einheitsloks beschrieben wurden. Der Ölbunker der Neubaulok fasst statt 1900 l der Einheitslok nun 2900 l. Aufgrund der wesentlich größeren Strahlungsheizfläche ließ sich die Neubaulok wesentlich schneller hochheizen als die Einheitsloks. Allerdings gab es bei den Versuchsfahrten vom 17. bis 19. Mai 1994 einige Probleme da der Brenner unregelmäßig arbeitete und falsch eingestellt war. Auch der technische Zustand der Lok ließ schon deutlich zu wünschen übrig. Ein durch die größere Strahlungsheizfläche zu erwartender niedrigerer Brennstoffverbrauch gegenüber den Einheitsloks ist nicht nachweisbar, da die Lok keinen Speisewasservorwärmer besitzt. Bei der SOEG ist die Lok bis zum Jahr 24.Februar 2001 als letzte Öllok in Betrieb.

Die Unterhaltung der Neubauloks erfolgte bis 1996/97 ausschließlich im Raw Görlitz, seitdem ist das Aw Meiningen verantwortlich.

Technische Daten der Baureihe 99.77-79