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Einsatzstrecken und Heimat-Bw bis 1950: Um ihre alten württembergischen Tss4 und Tssd abzulösen, erhielt die RBD Stuttgart fünf Maschinen der Henschel-Lieferung zugeteilt. 99 679 bis 99 683 gelangten sofort nach ihrer Anlieferung zum Bw Heilbronn (Württemberg), wo sie auf den Strecken Heilbronn Süd - Marbach und Lauffen - Leonbrunn zum Einsatz kamen, später auch auf der Federseebahn Schussenried - Riedlingen und dem Öchsle Biberach - Ochsenhausen. Die Württembergischen Schmalspurbahnen besaßen Knorr-Druckluftbremse, weshalb die 5 Loks ab Werk eine zweistufige Luftpumpe sowie auf der vorderen Pufferbohle einen großen Luftbehälter erhielten. Auch waren sie noch 644 mm kürzer. Das Latowski-Läutewerk wurde durch ein Druckluftläutewerk ersetzt. Wie aus obenstehender Tabelle ersichtlich, kamen die Loks auf den steigungsreichen Strecken Freital-Hainsberg - Kipsdorf und Heidenau - Altenberg im Osterzgebirge besonders zahlreich zum Einsatz. Das Bw Zittau hatte sowohl im Ausflugs- als auch im Güterverkehr ein sehr hohes Verkehrsaufkommen. Bei den Bw Wilsdruff und Thum beförderten die Maschinen hauptsächlich schwere Güterzüge. Das Mügelner Netz erhielt wegen des schwachen Oberbaues keine VI K, deshalb wurden überzählige IV K von anderen Strecken hier stationiert. Auch die weniger frequentierten Lausitzer Strecken mussten weiterhin mit IV K auskommen. Mügeln b. Pirna (seit 1920 Heidenau) - Altenberg: Bahn-Nr. 220 (99 651) wurde nach ihrer
Probefahrt sofort in Heidenau
stationiert und im Betrieb neben den V K erprobt. 1923 kam die
fabrikneue
99 671, ihr folgte 1924 die 99 650 aus Wilsdruff. Sehr
zufriedenstellende
Ergebnisse führten ab 1926 zur Stationierung von sieben
fabrikneuen
Nachbauten sowie 99 698, 99 647 und 99 649 aus Zittau, Hainsberg und
Wilsdruff.
Bereits 1928 wurden 99 647(n. Wilsdruff), 99 650 und 99 651(beide
Ochsenhausen)
wieder abgegeben, aber durch den Zugang der Zittauer 99 696 und 697 im
Jahr 1929 ersetzt. Der Bestand um die zehn Maschinen konnte bis kurz
vor
der Umspurung gehalten werden. Oftmals, besonders im
Wintersportverkehr,
wurden überlange Züge mit Vorspann gefahren, da nach der
Verlängerung
der Strecke von Geising bis Altenberg im Jahre 1923 auf 5,4 km
Streckenlänge
nochmal 164 Höhenmeter überwunden werden mußten. Zu den
Sächsischen Ski-Meisterschaften 1922 sollen kurzfristig noch 17
andere
Lokomotiven im Einsatz gewesen sein. Es ist nicht bekannt, wieviele VI
K darunter waren. Am 8.Juli 1927 wurde 99 649 von der
Hochwasserflutwelle
der Müglitz mit dem Abendpersonenzug in Glashütte
überrascht,
ein Teil des Zuges wurde von der Wucht des Wassers in den Fluß
geworfen,
vor 99 649 türmte sich ein hoher Haufen Treibholz auf. Wegen der
spürbaren
Überlastung der Schmalspurbahn wurde 1934 die Umspurung der
Müglitztalbahn
beschlossen, und 1938 abgeschlossen. Während der Bauarbeiten
wurden
bis zu 15 Lokomotiven auf der Müglitztalbahn stationiert. 99 702
beförderte
schließlich am 14. August 1938 den letzten Zug von Lauenstein
nach
Altenberg.
Cranzahl - Oberwiesenthal: Auf der Fichtelbergbahn
Cranzahl - Oberwiesenthal
kamen die VI K nur zu Sonderdiensten und als Reserve, da die IV K hier
direkt von den neuen Einheitsloks der BR 99.73-76 abgelöst wurde.
Es sind zwischen 1933 und 1937 Einsätze der Thumer 99 705, 99 714
und 99 717 bekannt.
Zittau - Reichenau / Oybin / Jonsdorf: Am 10.Dezember 1925 wurden mit 99 697 erste Probefahrten zwischen Zittau und Bertsdorf durchgeführt. Noch im Dezember folgte fabrikneu 99 696 und im März 1926 99 699 und 99 700. Auch im Jahr 1927 erhielt Zittau mit 99 701 und 99 711 bis 99 713 noch einmal vier fabrikneue Maschinen zugewiesen, welche die Abstellung der letzten I K und Abgabe von vier IV K ermöglichten. Allerdings blieben auch weiterhin IV K für den untergeordneten Dienst vorhanden. Der Bestand lag bis Anfang der dreißiger Jahre relativ konstant bei 5-6 Maschinen, da 99 696, 99 697, 99 699, 99 713(alle nach Heidenau) und 99 712(n. Thum) zwischen 1928 und 1930 wieder abgegeben werden mußten. 99 713 kehrte am 1.November 1931 nochmals für zwei Jahre bis zum 17.11.1933 nach Zittau zurück. Auch in Zittau machten die Einheitsloks der VI K starke Konkurrenz, so daß 1933 die Lokomotiven 99693(n. Heidenau), 99 709, 99 713 und 99 716(alle Wilsdruff) abgegeben wurden. 99 701 folgte 1935 der 99 693 zur Müglitztalbahn. 1937 erhielt man dafür 99 704 aus Heidenau, welche aber nur bis zum 3.Mai 1940 blieb und danach nach Ochsenhausen umgesetzt wurde. Bis 1945 hielten sich 99 700, 99 702(zur CSD) und 99 711 in Zittau. 99 700 und 99 711 wurden als Reparation abtransportiert. Erst nachdem das Bw Zittau durch Reparationsabgaben arg gebeutelt Ende des Jahres 1945 nur noch zwei VII K und 99 694(seit 3.1.45 von Nossen) besaß, erhielt es Anfang des Jahres 1946 noch 99 655 und 99 685. 99 702 des Lokbahnhofs Reichenau verblieb in der Tschechoslowakei. Als U 58 001 wurde sie erst 1963 verschrottet, nachdem sie mehrere Jahre lang die Reservelok der Frydlanter Strecke war und auch einige Zeit auf der 760 mm-spurigen Strecke Röwersdorf - Hotzenplotz unterwegs war. Thumer Schmalspurnetz: Das Bw Thum im Erzgebirge erhielt als erste VI K die 99 684. Die fabrikneue Lok absolvierte eine Probefahrt am 2. November zwischen Schönfeld-Wiesa und Thum. Bis März 1926 wurden noch 99 685-688(Nov./Dez. 1925), 99 703(2.2.26), und 99 705-707(Feb. 1926) angeliefert, welche auf die Heizhäuser Thum und Geyer verteilt wurden. 1927 folgten noch die fabrikneuen 99 714-717. Die Zittauer 99 712 erreichte das Bw Thum am 12.12.1928. Um den gesamten Zugverkehr auf den Strecken nach Wilischthal, Meinersdorf und Schönfeld-Wiesa zu bestreiten wurde ein Bestand von dreizehn Lokomotiven bis zum Eintreffen der neuen Einheitsloks gehalten. Nach dem Eintreffen der BR 99.73-76 übernahm diese Baureihe rasch den Zugverkehr, so daß im Jahr 1933 bereits 99 684, 99 687, 99 688 nach Wilsdruff abgegeben wurden, 99 714 ging nach Oberwiesenthal und 99 649 zum Lbf. Meißen-Jaspisstraße. Ab 1936 gehörten nur noch 99 706, 99 707, 99 712 und 99 717 für untergeordnete Dienste und als Reserve zum Bestand. 99 706, 99 709 und 99 712 kehrten vom Osteinsatz ab den Jahren 1942/43 nicht nach Sachsen zurück und 99 707 sowie 99 717 gehörten zu den Reparationsleistungen der nunmehrigen Einsatzstelle des Bw Chemnitz-Hilbersdorf. Allerdings kam es später noch zu einigen kurzen Gastspielen als Reserve, so 1970 zur Anschlußbedienung in Schönfeld-Wiesa durch 99 705. Wilsdruffer Schmalspurnetz: Bekannteste Einsatzstelle der Gattung VI K war das Bw Wilsdruff . Mit Anlieferung der 99 648 am 23.9.1919 begann eine Ära die erst 1975 mit der Zerlegung der 99 714 im Bw Wilsdruff enden sollte. Bereits 1920 waren sechs Lokomotiven auf den Strecken von Potschappel nach Nossen , zwischen Wilsdruff und Meißen-Triebischtal sowie nach Frauenstein im Osterzgebirge unterwegs. Später wurde ein Bestand von 20 Lokomotiven aufgebaut, welche neben der Haupteinsatzstelle Wilsdruff (11) auf die Einsatzstellen Mohorn (3), Freital-Potschappel (2), Klingenberg-Colmnitz (1), Meißen-Jaspisstraße (1), Nossen (1) und Frauenstein (1) verteilt waren. Besonders während der Rübenzeit im Herbst kam es auch zu Einsätzen auf der sonst nicht von VI K befahrenen Strecke von Meißen nach Lommatzsch, sowie bis zur Zuckerfabrik in Döbeln - Nord. Auch das Wilsdruffer Netz mußte Lokomotiven für den Osteinsatz abtreten. 99 645, 99 649, 99 673, 99 676, 99 677 und 99 695 gelangten zeitweise zu den RBD Danzig und Riga. Nur 99 673 kehrte nach Wilsdruff zurück. Als Reparation mußte man 99 641, 99 652, 99 675, 99 708 und 99 710 abgeben,. Übrigens wurde die heutige Radebeuler Traditionslok 99 713 zusammen mit 99 704 am 4.11.1935 Opfer des bekannten Wurgwitzer Brückenbruchs auf der Strecke Freital-Potschappel - Wilsdruff. Württemberg: 99 650 und 99 651 gelangten 1928 von Heidenau zum Bw Aulendorf (Lbf. Ochsenhausen). 1940 traf die Zittauer 99 704 in Ochsenhausen als Reserve ein. 99 671 und 99 672 gelangten von der Müglitztalbahn 1938 zur Zabergäubahn Lauffen - Leonbronn und wurden in Güglingen stationiert. Später folgten noch die Heidenauer 99 701 und die Wilsdruffer 99 716. Auf der Bottwarttalbahn zwischen Marbach und Heilbronn Süd verkehrten die Fabrikneu angelieferten 99 679-683. Ihnen folgte 1936 die Zittauer 99 698, welche mit 99 681 und 99 683 1943 zur RVD Kiew abgegeben wurden. |
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Kriegsverluste und Reparationen: 99 644, 99 653 mußten zwischen 1940 und 1943 zum Osteinsatz nach Gozdow, kehrten aber zum Bw Nossen zurück. Schlechter erging es 99 676, 99 677, 99 681, 99 683, 99 698, 99 709 und 99 712, sie kamen vom Osteinsatz in der RVD Kiew nicht mehr zurück. 99 676 wurde mit ihrem Transportschiff im Schwarzen Meer versenkt. 99 643 und 99 647 wurden von 1944 bis 1948 auf der niederösterreichischen Waldviertelbahn eingesetzt und mußten dann als Reparation in die UdSSR.
Diese doch recht herben Verluste führten zu drastischen Betriebseinschränkungen, auch mußten relativ unbeliebte Fremdlokomotiven wie 99 4052 in Wilsdruff und 99 791 in Zittau aushelfen. 99 674 wurde nach einem Bombentreffer auf der Frauensteiner Strecke 1945 im Raw Dresden-Friedrichstadt verschrottet. |
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Übernahme durch die Deutsche Reichsbahn: Die Deutsche Reichsbahn
konnte schließlich
27 Lokomotiven in ihren Betriebspark übernehmen. Die Lokomotiven
waren
in Zittau, Radebeul, Nossen und Dresden Altstadt (ab 1951 Bw Wilsdruff)
stationiert. Nach Eintreffen der ersten Neubaulokomotiven vor allem im
Thumer Netz, in Freital-Hainsberg und Oberwiesenthal konnten die
Maschinen
nach und nach in Wilsdruff zusammen gezogen werden. 1954
verließen
99 685 und 99 687 als letzte VI K das Bw Zittau, beide wurden nach
Wilsdruff
abgegeben. Erst nach 45 Jahren sollte mit 99 715 wieder eine VI K in
Zittau
stationiert sein. 99 686 wurde bereits am 25.1.51 z-gestellt und 1957
verschrottet.
Durch die Umsetzung der Babelsberger Neubaumaschinen der stillgelegten Thumer Strecken wurden bis 1969 alle Loks abgegeben oder abgestellt. Als Reserve waren 99 703 (12/70-11/71) und 99 706 (3/71-10/71) in den Jahren 1970/71 nochmals kurzzeitig in Radebeul stationiert. 99 713 kam im Sommer 1975 aus Nossen und ist bis heute Traditionslok. Zeitweise waren mit 99 654, 99 694 und 99 706 drei Rekoloks im Einsatz. Das Bw Zittau erhielt 1950 die Wilsdruffer 99 644, 99 646 und 99 653 welche mit den anderen VI K (99 655, 99 685, 99 694) bis 1953 den gesamten Zugverkehr ins Zittauer Gebirge übernehmen mußten. Die letzte VI K war 99 685 welche am 6.4.1954 nach Wilsdruff abgegeben wurde, nachdem genügend Einheitsloks der BR 99.73-76 zur Verfügung standen |
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Rekonstruktion der Baureihe 99.64-71: Trotz Einführung der inneren Kesselwasseraufbereitung beim Bw Wilsdruff 1961 mehrten sich Anfang der sechziger Jahre größere Schäden an den zum Teil 40 Jahre alten Dampferzeugern, so daß ab 1963 einige Lokomotiven einen geschweißten Neubaukessel erhielten. Dampfdomunter- und oberteil wurden von den alten Loks übernommen um teure Kümpelteile zu sparen. Die Kupferfeuerbüchse wurde durch eine Stahlfeuerbüchse mit Titan-Kipprost (falls noch nicht vorhanden) ersetzt. Allerdings war nicht nur der Kessel stark erneuerungsbedürftig, auch Rahmen, Führerhaus und Vorratsbehälter wiesen starke Verschleißerscheinungen auf. Deshalb entschloß man sich 1964 zur Rekonstruktion der restlichen VI K. Um eine gewisse Vereinheitlichung des Fahrzeugparks auf den Schmalspurbahnen zu erreichen, sollten möglichst viele Baugruppen mit denen der Baureihe 99.73-76 austauschbar sein. Es wurde sogar der Einbau zweier Laufachsen erwogen um einen ruhigeren Lauf zu gewährleisten, aber zu hoher Aufwand ließ dieses Projekt nicht zur Ausführung kommen. Am 22. April 1965 hatte
das Raw Görlitz die
erste Lok fertiggestellt. Von der alten 99 696 war fast nichts
übrig
geblieben. Die Lok hatte einen Neubaukessel, neue Vorratsbehälter
sowie ein der VII K angeglichenes Führerhaus. Als Treibachse
fungierte
nunmehr die 3.Achse, der Achstand zwischen zwei Kuppelachsen wurde auf
1000 mm vergrößert, dadurch wurde ein neuer
geschweißter
Blechrahmen nötig. Die Zylinder lagen nun waagerecht, ein
Einheitsregler
der Bauart Wagner NW 160 1925 kam zum Einbau. Durch den Wegfall des
Rahmenwasserkastens
besaßen die Loks einen geringeren Wasservorrat. Analog der
Baureihe
99.73-79 wurde die Saugluftbremse
Bauart
Körting um eine Druckluftzusatzbremse Bauart Knorr ergänzt,
deshalb
wurde auch die zweistufige Luftpumpe vor dem linken Wasserkasten
nötig.
Die Wurfhebelbremse sowie Rollen und Haspel für die
Heberleinbremse
waren weiterhin vorhanden. Ventile, Armaturen und sogar die
Kuppelstangen
stimmten mit denen der Baureihe 99.73-79 überein. Anfangs neigten
die Loks zu häufigen Entgleisungen, aber nach einigen
Veränderungen
an den Tragfedern konnte das Problem behoben werden. Beim Personal
waren
sie wegen ihrer Leistungsfähigkeit und des geräumigen
Führerhauses
sehr beliebt.
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| Umzeichnung und
Ausmusterung:
Leider war den gut
gelungenen Rekoloks kein langes
Leben mehr beschieden, 99648, 99 696 und 99 706 wurden bereits 1972
beim
Bw Wilsdruff z- gestellt, die anderen folgten 1974. Grund war die
Schrittweise
Stillegung des Wilsdruffer Netzes. Bereits 1966 wurde die Verbindung
Meißen
Triebischtal - Wilsdruff eingestellt, 1971 folgte der Abschnitt
Oberdittmannsdorf
- Klingenberg-Colmnitz und 1972 die längste Strecke
Freital-Potschappel
- Nossen. Bis zum 3. Dezember 1973 wurde das Lederfaserwerk Siebenlehn
von Nossen noch bedient (es kamen die vier Rekoloks 99 653, 99 654, 99
687 und 99 694 zum Einsatz) dann war das Wilsdruffer Netz
endgültig
Geschichte. Die Strecke nach Frauenstein durfte von den Rekoloks
aufgrund
der hohen Achsfahrmasse nicht befahren werden. 99 715 entgleiste am
20.10.1971
mit P 920 wegen Oberbaumängeln bei der Einfahrt in den Bahnhof
Oberbobritzsch
und war somit indirekt der Grund für die vorzeitige Einstellung
des
Zugbetriebes auf dieser Strecke. Die letzte fast im Originalzustand
vorhandene
Lok war 99 655, sie fuhr bis Juni 1970 und wurde dann z-gestellt,
leider
zerlegte man auch sie am 30.9.72.
Heute sind noch 3 Nachbaulokomotiven der DRG vorhanden, 99 713 in Radebeul-Ost, 99 715 der GbR "99 715" und 99 716 betriebsfähig bei der Öchsle-Schmalspurbahn in Ochsenhausen. Während 099 651-2 als letzte Original-VI K in Steinheim/Murr ein eher bescheidenes Dasein als Denkmallok führt, konnte keine der Reko-VI K erhalten werden. 99 713 wurde von DB Regio im September 2000
mit vorhandenen Fristen
abgestellt und am 15. September erlitten Führerhaus und Tender bei
einem Auffahrunfall von 099 743 im Radebeuler Lokschuppen Schäden.
Nach der Übernahme der Maschine durch das VM Nürnberg im Mai
2001 wurde sie der Mitteldeutschen Bahnreinigung zur Nutzung und
Instandhaltung
übergeben und konnte nach Reparaturen beim Karl-May-Festival am
letzten
Mai-Wochenende erstmals wieder eingesetzt werden. Bereits im August
2000
hatte die Maschine an der Festwoche Steinbach 2000 teilgenommen und
damit
völlig unbekanntes Terrain unter die Räder genommen. Hier war
außer der Heizlok 99 699 nie eine VI K eingesetzt. Am 8./9.
September
2002 erfolgte ein Einsatz auf der Schönheider Museumsbahn, wo
dieser
Loktyp ebenfalls das erste Mal verteten war. Zu Ostern 2003 und dann
noch
an diversen Fahrtagen bis einschließlich 4.Mai war sie zusammen
mit
99 715 auf dem befahrbaren Stück der Weisseritztalbahn unterwegs.
Ihre letzten Fahrten vor Ablauf der Kesselfrist absolvierte sie am
30.11.03 beim Hainsberger Kleinbahnfest. Danach wurde in
Freital-Hainsberg sofort die Kessel HU in Angriff genommen und mit der
Lastprobefahrt am 27.März 2004 erfolgreich abgeschlossen. Die seit einigen Jahren in Bertsdorf
abgestellte 99 715 wurde von ihrem
Eigentümer an die BRG-Servicegesellschaft mit dem Ziel der
betriebsfähigen
Aufarbeitung verliehen, wozu die Lok Bertsdorf am 12.8.2002(dem Tag der
Zerstörung der Weißeritztalbahn durch das Hochwasser) in
Richtung
Meiningen verließ. Nach der Fertigstellung erfolgte in der Nacht
vom 15. auf den 16. April 2003 die Überführung nach
Dippoldiswalde,
wo die Lok am 16. April gegen 9.30 Uhr abgeladen wurde. Noch im Laufe
dieses
Tages wurde die Maschine angeheizt und konnte zusammen mit 99 713 am
denkwürdigen
17. April 2003 um 10:45 Uhr ihre Lastprobefahrt nach Seifersdorf
antreten.
Nachdem keine Nachbesserungen erforderlich waren erfolgte die Abnahme
der
Maschine durch DB Services und das Abnahmedatum konnte gegen 13.00 Uhr
angebracht werden. |
| Bei der Deutschen
Bundesbahn verbliebene
Loks:
10 Lokomotiven kamen zur Deutschen Bundesbahn und wurden weiterhin auf ihren Stammstrecken in Baden-Württemberg eingesetzt. 099 651-2 bekam als einzige Schmalspurlok der Deutschen Bundesbahn eine Computernummer. |
99 650 99 651 99 671 99 672 99 679 99 680 99 682 99 701 99 704 99 716 |
Datum der Ausmusterung und letzter Einsatzort
11.1.67 Lbf. Beilstein 19.9.69 Lbf. Beilstein 1.9.65 Lbf. Beilstein 1.9.65 Lbf. Beilstein 23.11.56 Beilstein od. Güglingen 3.6.65 Beilstein od. Güglingen 1.12.64 Beilstein od. Güglingen 10.3.65 Lbf. Beilstein 31.5.67 Lbf. Beilstein 25.3.65 Lbf. Güglingen |
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Technische Details:
Kessel: Der Kessel der
Ursprungsloks und der DRG-Nachbauten
wurde aus 2 Schüssen genietet, die Wandstärke des Langkessels
beträgt 16 mm, der Abstand zwischen den Rohrwänden 3240 mm.
Der
Langkessel ist 3235 mm lang, hat einen Durchmesser von 1324 mm und
besitzt
79 Siederohre mit den Abmaßen 41 mm x 2,5 mm sowie 6 Ankerrohre
mit
38 mm x 4 mm deren Heizfläche 35,36 m² beträgt. 18
Rauchrohre
mit 125 mm x 4 mm besitzen 22,9 m² Heizfläche. Die
Strahlungsheizfläche
der Kupferfeuerbüchse ist bei den HFB-Maschinen 6,06 m², bei
den Nachbauten 6,05 m² und bei den Rekoloks 5,58 m²
groß.
Demzufolge variiert die Gesamtheizfläche zwischen 64,32 m²,
64,31
m² und 63,8 m². Die Überhitzerheizfläche des
Rauchrohrüberhitzers
der Bauart Schmidt ist 24,5 m² groß. Die nach vorn geneigte Rostfläche liegt über der 4. und 5. Kuppelachse, sie war bei den Ursprungsloks 1,61 m² bei den Nachbauten 1,59 m² und bei den Rekos 1,6 m² groß. Dieser Rost war ursprünglich fest, bei einigen Lokomotiven wurde später ein Kipprostfeld eingebaut, welches durch eine Spindel vom Führerhaus bedient werden kann. Die Rekoloks erhielten alle einen Titan-Kipprost. Die Feuerbüchse aus Kupfer mit einer
Wandstärke von 11 mm
wird durch 144 seitliche, 89 in der Rückwand befindliche und 52
Stehbolzen
an der Vorderwand unter dem Rohrspiegel fixiert. Weiterhin
versteifen
11 Bodenanker zwischen Feuerbüchsvorderwand und Langkesselbauch
die
Konstruktion. Der Stehkessel wird durch vier über der
Feuerbüchse
befindliche Queranker stabilisiert. Die Stehkesseldecke ist durch 56
Deckenstehbolzen
mit der Feuerbüchsdecke verbunden. Im vorderen Bereich der
Feuerbüchse
befinden sich acht Bügelanker, welche sich vorn auf dem Umbug der
Feuerbüchsdecke und hinten auf 8 Bügelankerdeckenstehbolzen
sowie
8 Bügelankerstehbolzen abstützen. Die Breite des Bodenringes
beträgt 70 mm. Die ursprünglich ungenormte Kipptür wurde
später durch eine Marcotty-Tür ersetzt.
Zur Entfernung des
Kesselsteins diente ursprünglich
ein einfacher Abschlammhahn. Da diese Hähne im Allgemeinen nur
schwer
wieder richtig dicht verschlossen werden können wurden nach
Erprobung
an 99 714 ab 1961 zwei Kugelhydraulikabschlammschieber der Bauart
Strube
rechts und links über dem Bodenring am Stehkessel angebracht. Hier
wird durch eine Stahlkugelfüllung der Druck bei Verschließen
auf die Verschlußstücke allseitig stark erhöht, so das
etwaiger Kesselstein auf den Dichtflächen zermalmt wird.
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| Rahmen und Triebwerk:
Die Lokomotiven
besitzen einen genieteten Blechrahmen
mit 16 mm Wandstärke, welcher mit dem Kessel durch den
Rauchkammerträger
fest verbunden ist, der Stehkessel wird durch Klammern fixiert. Der
Gleitbahnträger
ist am Rahmen befestigt und dient gleichzeitig als Stütze für
die Wasserkästen. Der Achsabstand beträgt 930 mm, der
Raddurchmesser
780 mm. Der Gesamtachsstand somit 3720 mm. Als Treibachse wurde die
4.Achse
gewählt. Die Radsätze sind durch Blattfedern oberhalb des
Rahmens
abgefedert. Die Lokomotiven besitzen eine 6-Punkt-Abstützung,
wobei
wie bei der preußischen G10 die ersten beiden und die letzten
beiden
Achsen eine Ausgleichsgruppe bilden.
Zur
Vergrößerung des Wasservorrates
besitzen die Lokomotiven einen Rahmenwasserkasten mit knapp 0,5 m³
Fassungsvermögen, so daß insgesamt 4,1 m³ mitgenommen
werden
können. Zumindest die Henschelserie der DRG-Nachbauten besaß
an der Vorderseite des rechtens Wasserkastens drei Prüfhähne
zur Kontrolle des Wasserstandes. Der Kohlekasten fasst bei den HFB-Loks
2,0 t und bei den DRG-Nachbauten 2,5 t. Allerdings dürfte dies bei
99 715 durch den neuen Luftbehälter wieder etwas weniger sein.
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Die Ursprungsloks
erhielten eine kurze Trichterkupplung
an der Rauchkammerseite und eine längere Ausführung an der
Tenderseite,
welche zumindest zeichnungsmäßig das Kuppeln Tender an
Tender
gestattete. Die DRG-Nachbauten erhielten dann auch an der
Rauchkammerseite
eine längere Trichterkupplung. Bereits Ende der 20er (99 691 1929)
und Anfang der 30er Jahren wurden erste Maschinen auf
Scharfenbergkupplung
umgerüstet(z.B. 99 677), welchen dann in den 50er Jahren viele
weitere
folgten, andere behielten recht lange die alten Trichterkupplung (99
644
original noch 1968), da die Frauensteiner Strecke erst nach Stillegung
der Linie Mulda-Sayda vollständig auf Scharfenbergkupplung
umgerüstet
wurde. 99 703 war noch 1969 allerdings mit einem Trichterkupplungskopf
auf der Scharfenbergkupplung unterwegs. Allerdings war dann bei allen
Lokomotiven
das bekannte Schild, welches das Kuppeln Tender an Tender verbot,
angebracht. Neben den bereits angesprochenen Veränderungen wurden zu Reichsbahn-Zeiten verschiedene Teile je nach Verschleiß erneuert, so erhielten die Lokomotiven geschweißte Wasserkästen, wobei die Abschrägung im vorderen Bereich entfiel. Auch die Rauchkammertür wurde entfeinert, so wurden neue flache Türen ohne das Zentralrad eingebaut und die schön geschwungene durch eine gerade Griffstange ersetzt. Zumindest 99 703 war einige Zeit lang wie die Loks der Gattung IV K mit zwei handbedienten Hubzylindern unterwegs, um bei leichteren Entgleisung ohne den Hilfszug auszukommen. Die Gesamtlänge der HFB-Maschinen betrug 8660 mm, die Nachbauten waren aufgrund ihrer anderen kupplung 330 mm länger. Die Masse einer dienstbereiten Lok betrug stolze 40,4 t bei den HFB-Loks und sogar 42,25 t bei den Nachbauten. |
| Reko-Lokomotiven: Die Reko-Lokomotiven erhielten einen neuen geschweißten Blechrahmen. Auffälligste Veränderung war der Achsstand von 1000 mm. Der feste Achsstand betrug nun 4000 mm, da die 1., 3. und 5 Achse fest gelagert und die 2. und 4. Achse um 24 mm seitenverschieblich waren. Auf eine Rückstellvorrichtung verzichtete man, da nicht mehr die jeweils vorn laufende Achse seitlich verschiebbar war. Als Treibachse wurde nun die spurkranzlose 3. Achse gewählt, wodurch sich die Treibstange wesentlich verkürzte. Die Achslagerführungen waren eingeschweißt, die Kuppelachslager entsprachen denen der BR 99.73-76 und die Treibachslager der Bauart Mangold mit Stellkeil denen der BR 99.77-79. Der Rahmenwasserkasten entfiel. Die Federung lag weiterhin oberhalb des Rahmens. Die Zylinder wurden gerade angeordnet, wodurch
für beide Seiten
diesselbe Gießform genutzt werden konnte. Natürlich
erhielten
die Loks Trofimowschieber und Heusingersteuerung mit
Inneneinströmung
und nacheilender Gegenkurbel. Der Schieberkreuzkopf und damit die
Schieberstangenführung
der Regelausführung verschwanden zu Gunsten einer einfachen
Ausführung
ähnlich der BR 99.77-79. Die Kuppelstangen entsprachen denen der
BR
99.73-76 mit Nadelschmierung. Auf die ursprünglich sogar
vorgesehenen
Laufachsen verzichtete man, da sie einen noch größeren
Konstruktionsaufwand
beim Umbau bedeutet hätten, die Maschinen wären dann kaum
noch
von der BR 99.77-79 zu unterscheiden gewesen. Der neue Kessel wurde natürlich in Schweißausführung mit Überhitzer und Kipprost ausgeführt. Gespeist wurde er von zwei saugenden Strube-Dampfstrahlpumpen mit einer Förderleistung von 120 l/min. Außerdem wurde der Einheitsregler BauartWagner NW 160 mit Parallelreglergestänge analog der BR 99.73-76 eingebaut. Die Sicherheitsventile der Bauart Ackermann wurden auf einem Flansch hinter dem Sandkasten auf dem Kesselscheitel aufgesetzt. Das Latowski-Läutewerk wurde durch ein Druckluftläutewerk ersetzt und die HFB-Pfeife durch eine Einheits-Tieftonpfeife mit zwei Tonhöhen. Auch der manuelle Sandstreuer wurde durch einen Druckluftsandstreuer ersetzt, welcher die Treibachse beidseitig und die 4. Achse von hinten sowie die 2. Achse von vorn besandete. Der Sandbehälter war wie bei der BR 99.77-79 rund. Am Dampfentnahmestutzen vor dem Führerhaus ist ein Verteiler angeschlossen, wie er auch bei den Normalspur-Rekoloks der DR verwendet wird. Links sind die Dampfheizung, der Bläser und beide Strahlpumpen angeschlossen, rechts die Lichtmaschine, die Luftpumpe und der Sauger. Anstelle der Michalk-Schmierpresse wurde eine Grützner-Presse mit 8 Anschlüssen eingebaut. Auffälligste äußere Veränderung war der nun nicht mehr abgeschrägte Kohlenkasten. Natürlich erhielten die Lokomotiven auch neue Wasserkästen sowie ein geräumiges und geschlossenes Führerhaus. Die Ventile und Armaturen entsprachen aus instandhaltungsökonomischen Gründen denen der BR 99.77-79. Die Rekoloks erhielten eine saugluftgesteuerte Druckluftbremse mit Zusatzbremse der Bauart Knorr. Hierfür wurde auf der linken Lokseite neben der Rauchkammer eine zweistufige Luftpumpe installiert. Außerdem bekamen die Loks nun zwei Bremszylinder. Das Bremsgestänge entsprach ebenfalls dem der BR 99.77-79, es wurden alle Radsätze von vorn gebremst. Weiterhin behielten die Loks die Heberleinbremse und natürlich die Wurfhebelbremse. Die Länge der Rekoloks betrug 9100 mm, ihr Gewicht 43,3 t. |